„Wir werden es wieder tun!“


Gespräch mit Mario Grassmann , Geschäftsführer VARIUS Messe-Event-Innenausbau GmbH, Neuenhagen

Vor 15 Jahren hat die Varius Messe-Event-Innenausbau GmbH in Neuenhagen bei Berlin ihre Arbeit aufgenommen, damals mit fünf Mitarbeitern in einer Halle begonnen. Heute arbeiten in drei großen Hallen mit hochmodernem Maschinenpark 30 Mitarbeiter, vom Tischler und Holztechniker bis zum Architekten, Konstrukteur und Lehrling. Varius bietet hochwertige Bühnen- und Eventausstattung und individuellen Messe- und Innenausbau und hat sich weit über das Land Brandenburg hinaus einen guten Namen gemacht. Und Varius bildet aus. Seit drei Jahren. Zurzeit sind drei Tischlerlehrlinge im Unternehmen, im August hat Malik aus Pakistan seine Ausbildung begonnen, zwei weitere sind gerade stolze Gesellen geworden. Dass für die Firma Lehrlinge mehr als billige Arbeitskräfte sind, bewies sie, als sie Anfang des Jahres zwei Tischlerlehrlinge, Elverik Kiesow und Tim Wagner, in Zusammenarbeit mit dem Handwerkskammerprojekt „Berufsausbildung ohne Grenzen“ zum Auslandspraktikum nach Malta schickte. Wir sprachen mit Geschäftsführer Mario Grassmann über seine Gründe.

Wie sind Sie auf das Projekt  gestoßen und warum haben Sie sich entschieden, zwei Ihrer Lehrlinge ins Ausland zu schicken?

Wir kamen durch ein Anschreiben des Mobilitätsberaters der Kammer, Herrn Krzyzanowski, auf die Idee. Und es ist ja sinnvoll, über den Tellerrand hinaus zu schauen, auch weil unser Unternehmen international agiert, dafür Leute mit Toleranz und Verständnis für andere Nationen braucht. Und interkulturelle Kompetenzen kann man eben vor allem auf Reisen erwerben

Auf dem Foto(s) (Fotoarchiv) sind der GF Mario Grassmann, Tischlerlehrling  Elverik Kiesow und Tischlermeister Sven Loch.

© hwk

Auf dem Foto (Fotoarchiv) ist der GF Mario Grassmann, Tischlerlehrling  Elverik Kiesow und Tischlermeister Sven Loch.

Dann profitiert also nicht nur der Lehrling, sondern auch der Betrieb von der Teilnahme an einem solchen Projekt?

Auf jeden Fall. Unsere beiden Lehrlinge,Tim und Elverik kamen total begeistert aus Malta zurück, wo sie im Restaurationsbetrieb „Armstrong“ gearbeitet haben. Sie haben viel erlebt und jede Menge gelernt, vor allem Lebenserfahrungen gemacht und das dank der guten Unterstützung der Handwerkskammer mit relativ geringen Kosten. Beide konnten ihr berufliches Wissen und spezielle Fertigkeiten und natürlich ihr Englisch verbessern. Davon kann der Betrieb nur profitieren. Aber uns war es auch wichtig, unsere Lehrlinge zu motivieren, Ihnen zu zeigen, wir glauben an euch, wir fördern euch. Elverik und Tom haben auf Malta andere Arbeitsweisen und Mentalitäten kennengelernt und Verständnis und Toleranz gelernt. Es gab ja dort ein tolles Rahmenprogramm für die Jungen und Mädchen, das ihnen Land und Leute nähergebrachte. Das haben wir auch in ihrem Reisetagebuch nachgelesen, das fast alle eifrig geführt haben. Es ist immer gut zu wissen, wie der Partner tickt und manchmal hilft ein Aufenthalt in der Fremde auch zu erkennen, wie schön es zu Hause ist, wie gut hier alles läuft – z.B. unser deutsches Sozialsystem– funktioniert.

Haben Sie selbst auch Berufserfahrungen im Ausland gemacht?

Berufserfahrungen nicht, aber ich habe mit Freunden z.B. längere Zeit in Frankreich gelebt, wir haben dort ein altes Bauernhaus renoviert und restauriert. Eine unvergessene Erfahrung.

Würden Sie das Projekt „Mobilitätsberatung“ auch anderen Handwerks- bzw. Ausbildungsbetrieben empfehlen?

Ja, denn es ist richtig und wichtig, seinen Horizont zu erweitern. Aber der Betrieb muss so ein Praktikum auch finanziell stemmen können, was sicherlich für ein kleines Unternehmen viel schwieriger ist. Deshalb verstehe ich auch Firmenchefs, die sagen, ich brauche den Lehrling hier, kann nicht mehrere Wochen auf ihn verzichten.

Wir haben jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass motiviertere junge Leute aus dem Praktikum zurückkommen. Und deshalb werden wir auch unsere beiden jetzigen Lehrlinge im Herbst zum Auslandpraktikum nach Italien, in die alte Stadt Vicenza, schicken.

Mateusz Krzyzanowski

Mobilitätsberater

Telefon: 0335 5619 - 169
Telefax: 0335 56577 - 339

Mateusz.Krzyzanowski@hwk-ff.de

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