Generationswechsel: Nachwuchs gesucht


Schlosserei Maehlitz Generationswechsel

© Robert Iwanetz

Im vergangenen Herbst erlebte Edgar Mählitz eine Situation, die er so noch nie gekannt hatte. Er schaffte es nicht, auch nur eine seiner Lehrstellen zu besetzen. „Es gab überhaupt keine Bewerber, es war eine Katastrophe“, sagt der 60-jährige Geschäftsführer der Schlosserei Mählitz aus Werneuchen. Dabei wird seit Mitte der Neunzigerjahre kontinuierlich ausgebildet. Insgesamt 19 Metallbauer lernten ihr Handwerk in dem Familienunternehmen, das Stahlkonstruktionen, Treppen und Geländer hauptsächlich für Geschäftskunden anfertigt.

Generationswechsel: Rentenalter erreicht

Für Edgar Mählitz hat Nachwuchsförderung einen hohen Stellenwert. Lehrlinge waren für ihn nie billige Hilfskräfte, sondern durften sich auch bei komplexen Projekten einbringen. Seine Firma sprang auch schon mehrfach ein, wenn fremde Azubis nach einer Insolvenz ihre Lehre weiterführen wollten. Trotzdem lernen aktuell nur zwei Lehrlinge in der Schlosserei. Dabei sollten es eigentlich drei bis vier sein.

„Wir sind auf den Nachwuchs angewiesen, wenn wir den Generationswechsel ohne Wissensverlust schaffen wollen“, weiß der Metallbauermeister.

Denn von den aktuell neun Mitarbeitern steht ein Großteil, wie der Chef selbst, kurz vor der Rente. Der erste Kollege wird noch in diesem Jahr verabschiedet. Edgar Mählitz braucht deshalb schnell geeignete Bewerber, um den Betrieb in ein paar Jahren an seinen Sohn Ricardo übergeben zu können. Dieser will die Nachwuchssuche noch vertiefen: „Wir müssen noch mehr Präsenz an den Schulen zeigen, um Leidenschaft für‘s Handwerk früh zu wecken“, sagt der 38-Jährige, der seit 2005 ebenfalls Metallbauermeister ist.

Jugendliche wollen sich nicht schmutzig machen

So gibt es schon seit Jahren eine Kooperation mit der Europaschule in Werneuchen mit dem Ziel, Praktikumsplätze zu vermitteln. Für dieses Engagement in der Berufsorientierung wurde die Schlosserei sogar ausgezeichnet. Doch an der Europaschule, so beschreibt es Ricardo Mählitz, gebe es – wie vielerorts – kaum noch Jugendliche, die bereit seien, bei der Arbeit auch mal dreckige Hände zu bekommen. Mittlerweile sind Vater und Sohn deshalb sogar für ausländische Lehrlinge offen, so lang die Arbeitsmoral stimme.

„Die Zeiten, in denen wir den besten Kandidaten aussuchen konnten, sind lange vorbei. Jetzt haben wir keine Wahl mehr“, sagt Edgar Mählitz. Trotzdem gilt: Wer sich gut anstellt, wird nach der Lehre garantiert übernommen. Denn die wirtschaftlichen Voraussetzungen stimmen Die Auftragsbücher sind so voll, dass der Betrieb kräftig investieren konnte. Erst vor zwei Jahren wurde eine neue Halle mit über 600 Quadratmetern Fläche und einem integrierten Kran auf dem Firmengelände errichtet.

Autor: Robert Iwanetz

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