Guter Ruf bei der Ausbildung – hart erarbeitet


Das Thema Ausbildung lässt Manuela Seegebrecht an diesem Morgen nicht los. Gerade war sie noch dabei, die Ausbildungsmesse in Bernau vorzubereiten. Nun klingelt ständig das Telefon. Es sind die ersten Bewerberanfragen für das neue Lehrjahr, um die sich die Assistentin der Geschäftsführung im Zemke-Autohaus in Bernau kümmern muss. Die 36-Jährige ist für sämtliche Personalfragen im Unternehmen verantwortlich sowie für die Koordination der Lehrlinge.

Nachwuchsförderung als Grundlage für Erfolg

Das sind momentan nicht wenige: Allein am Hauptstandort in Bernau sind aktuell 15 Azubis beschäftigt, die sich auf sechs Berufe aufteilen. In der gesamten Firmengruppe sind es sogar 24. „Wir haben im letzten Jahr gleich zehn neue Lehrlinge eingestellt“, erzählt Manuela Seegebrecht, darunter auch einige von einem geschlossenen Autohaus der Konkurrenz. Für das Familienunternehmen hat die Nachwuchsförderung enorme Priorität. So liegt das Durchschnittsalter im Betrieb bei nur 38 Jahren. „Das ist die Grundlage, um auch in Zukunft weiter wachsen zu können.“

1990 aus einer ehemaligen Wartburg- und Trabant-Werkstatt entstanden, hat man sich zum größten VW-Händler in der Region zwischen Bernau und Oranienburg entwickelt. Mit mehr als 200 Mitarbeitern, fünf Standorten und einem Jahresumsatz von zuletzt 45 Millionen Euro. Mit mehr als 100 ausgebildeten Lehrlingen seit Firmengründung ist man zudem einer der größten Nachwuchsförderer im Handwerk.

„Wir haben uns über die Jahre den Ruf erarbeitet, dass man hier eine fundierte Ausbildung mit guten Zukunftschancen erhält“, sagt die Personalverantwortliche. So gibt es für Lehrlinge mit guten Leistungen eine Übernahmegarantie. Auch später winken viele Aufstiegschancen. So hat es beispielsweise Kevin Schönebeck vom Karosseriebauer-Azubi zum Verkaufsleiter des Gebrauchtwagengeschäfts geschafft.

Aufgrund der Karriereaussichten seien die Bewerberzahlen seit Jahren konstant hoch. Dafür investiert das Unternehmen aber auch enorm viel. So ist man auf sämtlichen Ausbildungsmessen in der Region mit einem Stand und eigenen Lehrlingen vertreten, die dort aus dem Alltag im Betrieb berichten. Dazu gibt es Kooperationen mit zahlreichen Schulen, um Schülerpraktika zu vermitteln. „Bei uns gilt die Regel, dass ohne vorangegangenes Praktikum keiner bei uns anfängt“, sagt Manuela Seegebrecht. Auch eine assistierte Ausbildung, bei der sich ein zusätzlicher Betreuer um den Lehrling kümmert, ist möglich.

Ziel: Zukunft im Zemke-Unternehmen

Geschäftsführer Thomas Zemke ist es wichtig, dass die Ausbildung als gemeinsamer Weg betrachtet wird, deren Ende möglichst in eine Fortführung im Betrieb mündet. „Wir wollen die jungen Menschen zu hochqualifizierten Fachkräften ausbilden“, sagt der 50-Jährige. Deshalb hat er eingeführt, dass regelmäßig Feedbackgespräche geführt werden. „So fühlen sie sich in ihrer Entwicklung wesentlich ernster genommen“.

Autor: Robert Iwanetz

Autohaus Zemke Top-Ausbildungsbetrieb

© Robert Iwanetz

Geschäftsführer Thomas Zemke (l.) und Benjamin Kovac, Lackiererlehrling im 1. Lehrjahr am Standort Bernau

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