Die ganze Welt beneidet uns. Um euch! Um jede Meistergeneration


Am 19.10.2019 wurden 62 Gesellen vom Präsidenten der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg, Wolf-Harald Krüger, in den Meisterstand gehoben, davon vier Frauen und 58 Männer. 55 nahmen ihre Meisterbriefe in einem Festakt in der Frankfurter Konzerthalle entgegen.

Auf der „Meisterfeier der Generationen“ verlieh die Kammer 59 Meistern, die 1994 ihre Meisterprüfung erfolgreich absolvierten, den Silbernen Meisterbrief. Sie blicken auf ein Vierteljahrundert Leben und Arbeit im Handwerk zurück. Weitere 42 Silbermeister erhalten ihre Schmuckurkunde mit der Post.

Die dritte Generation von Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeistern, die am Samstagvormittag in die Konzerthalle gekommen waren, erhielt ihren Meisterbrief vor 50 Jahren, im Jahre 1969. Mit der Übergabe von 25 Goldenen Meisterbriefen wurde das Lebenswerk der Altmeister gewürdigt. Weitere 24 Goldmeister nehmen ihre Ehrung auf Seniorenfeiern der Innungen und Kreishandwerkerschaften entgegen.

Glamouröser Festakt – vollbesetzte Konzerthalle

Zu den Gästen der Meisterfeier zählten Festredner Prof. Dr. Jörg Steinbach, Minister für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder), René Wilke, und das Landtagsmitglied Elske Hildebrandt. Gekommen waren aus der Uckermark die Landrätin Karina Dörk und der Schwedter Bürgermeister Jürgen Polzehl. Aus dem Landkreis Märkisch-Oderland konnte der 1. Beigeordnete des Landrates, Rainer Schinkel und der Seelower Bürgermeister Jörg Schröder begrüßt werden. Ebenfalls gekommen waren die Bürgermeister aus Werneuchen, Herrn Burkhard Horn, und sein Amtskollege aus Beeskow, Herr Frank Steffen, der Bürgermeister aus Schöneiche, Ralf Steinbrück, und der Amtsdirektor aus dem Schlaubetal, Matthias Vogel, sowie Christina Chvosta als Vertreterin aus Eisenhüttenstadt.

Der Meisterbrief ist das sicherste Wertpapier in Deutschland.

Dafür gibt es 100.000 fach Belege. Den alten, gestandenen, heutigen Goldmeistern sicherte er in der DDR und später gleich nach der Wende, Anfang der 1990er, ein erfülltes und erfolgreiches Berufs- und Familienleben. Den Meistern der turbulenten Nachwendezeit ermöglichte der Meisterbrief die Betriebsgründung und eine nachhaltige Entwicklung. Im 30. Jubiläumsjahr der friedlichen Revolution können wir mit Stolz zurück blicken und sagen: Die versprochenen, blühenden Landschaften haben wir geschaffen.

Wir haben zusammengebaut, was zusammengehört!

Wolf-Harald Krüger in seinen Worten ans Auditorium (600 Gäste in der Konzerthalle): „Auch wenn es bis zum heutigen Tage nicht gelungen ist, die Unterschiede einer jahrzehntelangen Teilung vollständig zu überwinden, so gibt es doch keinen Grund zum Jammern. Den Menschen in Ostdeutschland geht es besser als je zuvor. Regionale Unterschiede wird es immer geben. Sorgen bereitet mir allerdings, dass viele Menschen in den neuen Bundesländern trotzdem so unzufrieden sind und deshalb denen ihre Stimme geben, die versuchen, mit Worten und Taten unsere Demokratie zu untergraben. Die Demokratie als Basis unserer Gesellschaft darf nicht infrage gestellt werden. Lassen Sie uns gemeinsam dafür eintreten.“

Handwerk ist Säule der brandenburgischen Wirtschaft

Seit einigen Jahren genießt das Handwerk eine zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit. Mit dem 1.1.2020 erlebt das Handwerk ein Novum, was zu selten in unserer Demokratie passiert. Mit der Wiedereinführung der Meisterpflicht in 12 Berufen korrigiert die Politik zum Teil ihre Fehlentscheidungen, die im Jahre 2004 mit der Novellierung der Handwerksordnung getroffen wurden. Die Praxis der letzten 15 Jahre hat gezeigt, dass Verbraucherschutz und nachhaltige Qualifizierung von Mitarbeitern durch eine duale Berufsausbildung untrennbar mit dem Meistertitel verbunden sind. Meister bewahren Traditionen und führen diese zugleich in die Moderne.

Jungmeisterinnen und Jungmeister des Jahrgangs 2019 erhalten Meisterbonus

Weibliche wie männliche Jungmeister, die ihren Wohn- bzw. Arbeitsort in Brandenburg haben und ihre Prüfung erfolgreich vor einem Meisterprüfungsausschuss einer brandenburgischen Handwerkskammer absolvierten, kommen in den Genuss des Meisterbonus in Höhe von 1.500,00 EUR. Das Land Brandenburg reicht diesen zum zweiten Mal aus. Dieser Schritt ist eine landesweite Maßnahme, um diesen beruflichen Karriereweg des Meisters dem Studium an Hochschulen und Universitäten finanziell gleichzustellen. Die Meisterschule soll in naher Zukunft komplett kostenfrei werden, wie es ein Studium seit Langem in unserem Land ist. „Es werden Master und Meister in Brandenburg gebraucht“, formuliert der Kammerpräsident eine griffige Formel. „Gleichzeitig bringe ich die Erwartung des Handwerks zum Ausdruck, dass die Gleichstellung von Meisterausbildung und Studium zeitnah durch die Bundespolitik geschaffen wird.“

Lobbyarbeit für das Handwerk lohnt sich

Die Handwerkskammern im Land Brandenburg unterhalten intensive politische Kontakte in die Landes- und Bundespolitik. „Das Bohren dicker Bretter schreckt Handwerker nicht“, versichert Kammerpräsident Wolf-Harald Krüger.  Als Ergebnis der letzte fünf Jahre Lobbyarbeit legte die brandenburgische Landesregierung nachhaltige Fördermaßnahmen im Interesse unserer Handwerksunternehmen vor. Dazu zählen die Meistergründungsprämie seit 2015, die Jungmeisterinnen und -meistern Zuschüsse von 8.500 bis 12.000 Euro bei Gründung oder Übernahme eines Handwerksbetriebes gewährt. Meisterinnen werden hierbei durch eine unbefristete Regelung angesprochen. Das bundesweite Meister- bzw. Aufstiegs-Bafög zählt auch zu den Bausteinen, die Meisterausbildung noch attraktiver zu machen und jungen Gesellen keine allzu schwere finanzielle Last aufzubürden.

ÖPNV für Lehrlinge attraktiv

Und seit 1. August 2019 gibt es das Azubiticket Brandenburg. Seit dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres können Lehrlinge für einen Euro pro Tag, oder anders ausgedrückt, für 365,00 EUR im Jahr, den öffentlichen Personennahverkehr des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg nutzen. Allerdings muss das Streckennetz von Bussen und Bahnen wieder und erheblich engmaschiger werden, um lange Fahrtzeiten für Lehrlinge in ihre Ausbildungsbetriebe, in die Berufsschulen und zu den Überbetrieblichen Ausbildungszentren der Kammern zu vermeiden.

Sehen Sie den Film zur Meisterfeier 2019 der Märkischen Oderzeitung.

Lesen Sie, was die MOZ zur Meisterfeier der Generationen geschrieben hat.

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Fotos: Winfried Mausolf

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