Michael Thieme

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Die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg hat gemeinsam mit der Chambres de Métiers et de l’Artisanat du Tarn vom 13. bis 26. März 2022 ein Auslandspraktikum für Jugendliche aus Ostbrandenburg in Albi (Frankreich) organisiert und durchgeführt.  Neun Lehrlinge und ein Junggeselle aus verschiedenen Gewerken haben in sehr intensiven zwei Wochen in französischen Handwerksbetrieben gearbeitet und berufliche Erfahrungen gesammelt.

Die Gruppe wurde von der Mobilitätsberatung der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) begleitet. In einem eintägigen Vorbereitungskurs im Vorfeld des Auslandspraktikums wurden wichtige Tipps und Gegebenheiten vor Ort mit den Jugendlichen besprochen. Jeder Teilnehmer erhielt dabei ein Handout mit Hinweisen und Tipps, um während des Aufenthaltes in Frankreich auch ohne Sprachkenntnisse mit den dortigen Gegebenheiten umgehen zu können. Nach der ersten Praktikumswoche reisten Michaela Schmidt – Leiterin der Abteilung Berufsbildung und der Handwerkskammerpräsident Wolf-Harald Krüger nach Albi, um die Partnerkammer zu besuchen und die erste Woche des Aufenthaltes der Jugendlichen auszuwerten. Sie wurden begleitet von einer Gruppe mit fünf Ausbildern aus Betrieben unseres Kammerbezirkes.  Diese hatten die Möglichkeit, sich mit Fachkollegen aus Frankreich über die Bildungssysteme beider Länder auszutauschen. Im Rahmen dieser Ausbilderreise durften die Ausbilder an einem gemeinsamen Projekt im Bildungszentrum der Kammer aus Albi arbeiten, es wurden Betriebsbesuche organisiert und das Bildungssystem in Frankreich vorgestellt.

Erstmalig wurde eine Ausbilderreise und Auslandspraktika am gleichen Ort und zum gleichen Zeitpunkt im Ausland durchgeführt. Eine Win-Win Situation für alle Beteiligten!  Erfahrungen der letzten Auslandspraktika von Lehrlingen und jungen Fachkräften haben gezeigt, dass die oft anderen Arbeitsbedingungen, die Fremdsprache und die Begegnung mit einer anderen Kultur vielen Teilnehmern mehr Selbstbewusstsein geben hat. Auch die Betriebe, die ihre Lehrlinge und Junggesellen ins Ausland schicken, profitieren davon, da die Jugendlichen mit neu gewonnener Motivation nach Deutschland zurückkehren.

Hier die Steckbriefe der Lehrlinge

Die Handwerkskammer möchte sich bei den an diesem Projekt teilnehmenden Handwerksbetrieben recht herzlich bedanken:

  • HNE Hochschule für nachhaltige Entwicklung (FH) Eberswalde
  • Anika Breetsch
  • Erste Prenzlauer Maler GmbH
  • Melanie Pethe
  • Krüger & Krüger Ingenieurbau GmbH
  • Makrü-Bau GmbH
  • Modellbau Stein GmbH
  • Robert Engelhardt – Der Elektromeister GmbH

Mateusz Krzyzanowski

Mobilitätsberater

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 „ Un grand merci et au revoir“

 „Ein großes Danke und Auf Wiedersehen!“ hieß es im Oktober nach zwei Wochen Aufenthalt in vier Frankfurter Handwerksbetrieben.  Zehn französische Lehrlinge aus dem Bezirk unserer Partnerkammer in Albi zeigten sich begeistert. Und die deutschen Partnerbetriebe auch.

 

Dampfbäckerei Jannusch: Da staunte Martin Büchner aus Saint-Suplice nicht schlecht: „Was? Soviel dunkle Brotsorten gibt es?!“ Klar, dass sein Rezeptnotizbüchlein inzwischen einige Seiten dicker ist. Der sympathische 23-jährige Franzose absolvierte ein Praktikum in der Bäckerei Jannusch.  An seiner Seite Axel Vignot (20), aus Villebrumiere. „An die Arbeitszeiten hier musste ich mich erst gewöhnen. Nachtschichten wie in der Bäckerei Baumgärtel etwa, kenne ich nicht.“ Auch da war Axel schon, bevor er zu Bäckermeister Matthias Jannusch wechselte. Der findet „es immer toll, wenn wir mal junge Leute hier haben.“ Morgen wollen Axel und Martin versuchen, französische Baguettes und Croissants zu backen. „Das wird ein Abenteuer, denn hier ist auch das Mehl völlig anders“, sagt Martin. Axel sagt mit verschmitztem Lächeln: „Es wird eine Überraschung – für uns und die Kunden…“

Fotos: hwk-ff.de/Mirko Schwanitz

„Ein unvergessliches Abenteuer“

Bäckerei Baumgärtel: „Wir haben mit allen drei Praktikanten, besonders aber mit Loic einen tollen ‚Fang‘ gemacht, meinte Backstubenleiter Sebastian Birkholz von der Bäckerei Baumgärtel in Sachsendorf. Kein Wunder, hat Loic Bussy aus Giroussens doch in Frankreich schon einen nationalen Wettbewerb in Paris gewonnen.  „Na ja“, sagt der 17-Jährige bescheiden, ich stamme ja auch aus einer Bäckerfamilie. Aber hier arbeitet man doch anders als bei uns.“ Romain Balloo (19) aus Villemure sur Tarn nickt: „Wirklich ein unvergessliches Abenteuer. Wir haben viele neue Techniken und Backmethoden kennengelernt.“ Dass der Austausch mit Erasmus-Praktikanten keine Einbahnstraße ist und auch den Praktikumsbetrieben etwas bringt, bestätigt Sebastian Birkholz: „Die Jungs haben nie stillgesessen, wollten gar keine Pause machen. Vor allem haben sie ungeheuer sauber gearbeitet. Also wir würden immer wieder Erasmus-Praktikanten nehmen, weil wir auch als Betrieb von unseren jungen französischen Freunden viel mitgenommen haben.“

Fotos: hwk-ff.de/Mateusz Krzyzanowski

„Hier herrscht ein anderer Umgang mit den Kunden“

Salon Creativ (Friseurkunst GmbH): „Wir waren begeistert von Viktorio und Noa“, sagt Jessica Genetzke, Friseurmeisterin und Ausbilderin im Frankfurter Salon Creativ. Kein Wunder, kamen die beiden französischen Erasmus-Praktikanten doch mit jeder Menge Erfahrungen. „Ich habe mit 17 meine erste Ausbildung abgeschlossen und danach 7 Jahre in verschiedenen Salons gearbeitet“, erzählt Vitorio Dalfino aus Albi. Noa Bayol (18), ebenfalls aus Albi, macht gerade ihr zweites Diplom. „Weshalb ich mir von den beiden echt was abgucken konnte“, freute sich Giulia Balestra, die im Salon Creativ gerade ihr zweites Lehrjahr absolviert. Giulia staunte nicht schlecht, als sie erfuhr, dass die beiden in Frankreich schon landesweite Wettbewerbe etwa im Bereich Cocktail- und Hochzeitsfrisuren gewonnen haben. „Wenn wir solche Erasmus-Praktikanten haben, dann profitieren wir alle“, meinte Friseurmeisterin Kerstin Höppner, Geschäftsführerin der Friseurkunst GmbH, zu der der Salon Creativ gehört.

Fotos: hwk-ff.de/Mirko Schwanitz

„Wir staunten über die moderne Technik“

Salon Maske & Schnitt: „Schade, dass ich diese Informationen nicht früher hatte“, konstatierte Friseurmeisterin Susann Brietzke vom Salon Maske & Schnitt. „Da hätte ich die beiden noch besser fördern und ihnen noch mehr Verantwortung übertragen können.“ Eine Woche waren Noah und Viktorio bei Susann Brietzke, bevor sie in den Salon von Kerstin Höppner wechselten. Der stille Thibault Mialet (27) aus St. Juery blieb ganze zwei Wochen im Salon Maske & Schnitt. „Einen Salon mit so viel moderner Technik habe ich noch nie gesehen“, sagte der 27-Jährige, der in seiner Freizeit als Drummer in einer Band spielt, erstaunt. Viktorio, der in seiner Freizeit ein professionelle Pool-Dancer ist, resümiert: „Wir drei nehmen aus Deutschland unheimlich viele Erfahrungen mit: andere Salonkonzepte, die Nutzung modernster Technik, den freundschaftlicheren und solidarischen Umgang zwischen Personal und Kundschaft. Das war für uns sehr beeindruckend.“ Noa nickt: „Danke Frankfurt (Oder), danke Susann, danke Kerstin, danke Jessica und Giulia. Wir werden zuhause von euch erzählen.“

Fotos: hwk-ff.de/Mirko Schwanitz

„Noch nie mit Gasbeton gemauert“

Schönherr + Fritsch GmbH: Sehr genau schauten die Maurerlehrlinge Paul Bondurri (18) aus Rabastans und Ange Ebe Nzue (27) ihrem Vorarbeiter Christian Schubbel auf die Hände. Grund für die Neugierde: „Ich war erstaunt, dass den beiden so viele Sachen noch vollkommen neu waren. Also die haben hier definitiv was mitgenommen“, freute sich Schubbel. „Ich habe zum ersten Mal gesehen und wie man Decken verlegt oder einschalt.“, resümierte Paul am Ende des zweiwöchigen Praktikums. „In meine Firma in Rabastans wird ausschließlich mit Ziegeln gebaut. Das Mauern mit Gastbetonsteinen war für mich völlig neu“, sagt Ange Ebe. Beide waren sich einig, dass sie noch einmal zu einem Praktikum nach Deutschland kommen wollen. Michael Schönherr klopfte den beiden zum Abschied auf die Schultern; „Gut gemacht, Jungs! Am liebsten würde ich euch hierbehalten.“ Er könne jedem Betrieb einen solchen Austausch nur empfehlen, meinte der Betriebsinhaber. Er jedenfalls werde weiter Lehrlinge ins Ausland schicken und auch selber Lehrlinge aus dem Ausland aufnehmen. „Es geht dabei ja nicht nur um das Handwerk, sondern auch darum, andere Menschen kennen und verstehen zu lernen.“

Fotos: hwk-ff.de/Mateusz Krzyzanowski

„Die junge Frau hat‘s drauf“

Anke Kehm und Sven van Dyk GbR: Tatiana Naciso Dos Santos (25) hatte ein wenig „Bammel“ vor ihrem ersten Auslandspraktikum. „Dann aber war ich von der Herzlichkeit hier in Deutschland völlig überwältigt“, lacht die junge Malerpraktikantin und fasst damit die Erfahrung, die alle zehn französischen Lehrling zum Ausruck brachten in Worte: „Wir alle sind über das freundliche Arbeitsklima hier sehr überrascht. Bei uns in Frankreich geht es wesentlich rauer zu.“ Tatiana staunte auch darübr, wie viel im deutschen Malerhandwerk schon mit Maschinen gearbeitet wird. „Das erleichtert und beschleunigt die Arbeit ungemein“, fand sie, die in ihrer Heimatstadt Albi fast alles noch per Hand machen muss. Besonders die Putzmaschine habe seine wissbegierige und zupackende Praktikantin begeistert, beobachtete Sven van Dyk. „Würden wir sie einstellen?“, fragt er seinen Gesellen David. Der hebt den Daumen: „Ganz klar. Die junge Frau hat‘s drauf!“

Fotos: Sven van Dyk

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Folgende Aussteller sind für Euch vor Ort:

– Agentur Duales Studium Land Brandenburg

– Agentur für Arbeit/ Jugendberufsagentur Frankfurt (Oder)

– Alloheim Seniorenresidenz ” An der Lehmgasse”

– ArcelorMittal Eisenhüttenstadt GmbH

– Artprojekt Entwicklungen GmbH

– ASB Regionalverband Ostbrandenburg e. V.

– Augenoptik Schuster

– AWO Bezirksverband Brandenburg Ost e.V.

– Bauerngesellschaft Ziltendorfer Niederung GbR

– bbw Bildungszentrum Ostbrandenburg GmbH

– Berufsförderungswerk der Bauindustrie Berlin-Brandenburg e.V

– Brillux GmbH & Co. KG

– BUG Verkehrsbau SE

– Bundespolizei

– CEMEX Zement GmbH

– Deichmann SE

– Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg

– E.DIS Netz GmbH

– EDEKA Handelsgesellschaft Minden Hannover mbH

– Eisenhüttenstädter Freizeit- und Erholungs GmbH

– Elektro Jahn GmbH & Co.KG

– FDG – Frankfurter Dachbau GmbH

– FiANTEC Provisionslösungen GmbH

– Fielmann AG

– Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH

– FRIES Holzsysteme GmbH

– FWA Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH

– Gemeinnützige Pflege und Betreuungsgesellschaft der Stadt Frankfurt (Oder) mbH

– Hauptzollamt Frankfurt (Oder)

– Heckmann Stahl und Metallbau Ost GmbH

– Handwerkskammer Frankfurt (Oder)-Region Ostbrandenburg

– HWK Frankfurt (Oder)-Region Ostbrandenburg, Bildungsstätte Hennickendorf, Fachbereich “Schweißen”

– HWK Frankfurt (Oder)-Region Ostbrandenburg, Bildungsstätte Hennickendorf, Fachbereich Maler und Lackierer

– IHK Ostbrandenburg

– IHP GmbH – Innovations for High Performance Microelectronics/Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

– IMD Labor Oderland GmbH, MVZ Ärztliches Labor Dr. Frank Berthold und Kollegen

– InnoVET/ KarriereCenter

– Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. , Regionalverband Oderland-Spree

– Karriereberatung der Bundeswehr Frankfurt (Oder)

– Kaufland

– KiK Textilien und Non-Food Gmbh

– Klinikum Frankfurt/Oder Pflegeschule

– Klosterbrauerei Neuzelle GmbH

– K-M-V Krane GmbH

– Krebs &Schulze Group (Wohlfühlhaus Bau und Scan Baugesellschaft)

– Kreisverwaltung Landkreis Oder-Spree

– Landesamt für Soziales und Versorgung des Landes Brandenburg

– Landkreis Märkisch-Oderland

– Madlitzer Mühle Betriebs GmbH & Co. KG

– Maler & Lackiererinnung Oderland

– Messe und Veranstaltungs GmbH / Kleist Forum

– Modellbau Stein GmbH

– ODERGLAS GmbH

– Oevermann Verkehrswegebau GmbH

– Polizei des Landes Brandenburg

– QualifizierungsCENTRUM der Wirtschaft GmbH

– Regionalgeschäftsstelle für Deutsche Vermögensberatung

– Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe e.V. Eisenhüttenstadt

– Sonae Arauco Beeskow GmbH

– Sparkasse Oder-Spree

– Städtisches Krankenhaus Eisenhüttenstadt GmbH

– Stadtverwaltung Frankfurt (Oder)

– Stadtwerke EH

– Stahlwasserbau Beeskow GmbH

– STIC WFG MOL mbH – Bereich Existenzgründung

– Stiftung Europauniversität Viadrina

– Studentenwerk Frankfurt (Oder)

– Tesla

– Unitechnik Automatisierungs GmbH

– Vermessung Diering

– Vulkan Energiewirtschaft Oderbrücke GmbH

– Wirtschaftsförderung Land Brandenburg

– Wohnungswirtschaft Frankfurt (Oder) GmbH

– YAMAICHI ELECTRONICS Deutschland Manufacturing GmbH

– Zimmerei-Holzbau-Innenausbau Roland Sohn

Stefanie Pense

Assistentin der Abteilung Berufsbildung

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Herzlichen Glückwunsch zum „Lehrling des Monats“, Jamie-Lee Genz in Bernau.

Überrascht zeigte sich Jamie-Lee Genz, als sie von Michaela Schmidt, Leiterin der Abteilung Berufsbildung der Handwerkskammer als Lehrling des Monats ausgezeichnet wurde. „Das ist eine schöne Anerkennung“, sagte die 18-Jährige. Jamie-Lee erlernt in der WiMa GbR in Bernau, einer Spezialfirma für Betonsäge- und Kernbohrarbeiten den Beruf einer Kauffrau für Büromanagement.

„Eigentlich wollte ich das Abi machen, entschied mich dann aber doch, in der Elften auszusteigen und mir einen praktischen Beruf zu suchen. Parallel zur Schule hatte ich bereits praktische Erfahrungen in meiner heutigen Ausbildungsfirma gesammelt – mit einem Mini-Job. In Absprache mit Geschäftsführer Michael Wittig begann ich dann hier mit der Lehre. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass die Ausbildung in einem Handwerkbetrieb so spannend und vielseitig sein kann: Angebote schreiben finde ich richtig cool, aber auch, sich in die Bauprojekte hineinzudenken, an denen wir beteiligt sind. Wichtig ist mir das gute Betriebsklima, die familiäre Atmosphäre.“ Die junge Frau, die gern liest und in der Berufsschule mit Einsen und Zweien glänzt, denkt jetzt schon in die Zukunft. „Klar muss ich erstmal die Lehre schaffen. Aber ich möchte mich auch dann weiterentwickeln, vielleicht zur Fach- und später zur Betriebswirtin. Ich finde, Ziele sind wichtig im Leben.“

Mirko Schwanitz

Michaela Bergemann

Ausbildungsberaterin UM, BAR

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Auszubildende bekommen mehr Geld nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Von heute an werden sechs Prozent mehr BAföG gezahlt. Außerdem gibt es mehr Wohngeld für jene, die nicht bei den Eltern leben. Im Höchstfall bekommen Empfänger damit 934 Euro monatlich. Darüber hinaus werden die Freibeträge beim Elterneinkommen hochgesetzt, damit mehr Bedürftige BAföG beantragen können.

https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/faq/220623-bafoeg.html

Michael Thieme

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Es hat ein wenig gedauert, bis Nicole Hauptmann ihren Weg und das Team fand, in dem sie gerne arbeitet. Mit ihrem beruflichen Weg könnte sie vielen unentschlossenen Schulabgängern ein Vorbild sein. „Das geht aber nur, wenn man sich auf den Hosenboden setzt“, sagt die heute 24-jährige. Ein Gespräch mit dem Lehrling des Monats und den Geschäftsführern Kathrin Riske und Jürgen Seliger.

© hwk-ff.de/Mirko Schwanitz

Interview_Mirko Schwanitz

DHB: Bedeutet Ihnen die Auszeichnung „Lehrling des Monats“ etwas?

Nicole Hauptmann: Ich war total platt. Meine Chefs hatten mich unter einem Vorwand zur Arbeit gelockt. Eigentlich hatte ich am Tag der Übergabe frei. Als dann eine Frau auf mich zukam, und sich als Leiterin der Abteilung Berufsbildung der Handwerkskammer vorstellte, dachte ich erst, ich hätte was ausgefressen…

DHB: Überraschung gelungen?

Nicole Hauptmann: Das kann man wohl sagen. Aber als der erste „Schock“ vorbei war, fand ich es doch sehr aufmerksam. Es zeigte mir, wie sehr meine Chefs meine Leistung schätzen. Das tut gut. Denn: ich habe schon andere Erfahrungen gemacht.

DHB: Was meinen Sie damit?

Nicole Hauptmann: Da ich nach der 10. Klasse nicht wirklich wusste, was ich werden wollte, hatte ich vor dem Start meiner Ausbildung im Autohaus Riske in Schwedt bereits mehrere Jobs. Aber wohlgefühlt habe ich mich in keiner der Firmen. Entweder hat das Team nicht zu mir gepasst oder ich nicht zum Team.

DHB: Was war das Ergebnis?

Nicole Hauptmann: Ich hatte irgendwann das Gefühl, wenn ich einen guten Job in einer wirklich guten Firma bekommen will, muss ich mich nochmal auf den Hosenboden setzen und muss noch was lernen. Ich entschied, mein Abitur auf der Abendschule nachzuholen. Irgendwann machte mein damaliger Arbeitgeber das nicht mehr mit. Er sagte plötzlich: Das ist Mist. Du bist abends nicht mehr einsetzbar. Er hat mir gekündigt. Ich habe mein Abitur durchgezogen.

DHB: Und wie kamen Sie zum Autohaus Riske?

Nicole Hauptmann: Über das Arbeitsamt. Das Autohaus suchte eine Auszubildende als Automobilfachverkäuferin. Ich bekam die Information, recherchierte und wurde unruhig. Das Autohaus war als guter Ausbildungsbetrieb bekannt und fast alle Leute, die dort arbeiteten, hatten auch da gelernt. Das hieß, die mussten sich dort ja alle irgendwie wohlfühlen.

DHB: Sich wohlfühlen, war denn das für Sie das wichtigste Kriterium?

Nicole Hauptmann: Ja. Nach meinen Erfahrungen, war mir das wichtiger als ein absoluter Superjob.

DHB: Frau Riske, wie haben Sie denn Nicole beim ersten Vorstellungsgespräch erlebt?

Kathrin Riske: Sehr schön zurechtgemacht und sehr schön aufgeregt. Aber doch war da sofort etwas. Ich hatte dieses Gefühl sofort als sie zur Tür hereinkam. Und im Gespräch bestätigte sich, dass da eine junge Frau vor uns saß, die schon einen gewissen Reifeprozess durchgemacht hatte.

Jürgen Seliger: Seit Bestehen des Autohauses haben wir hier sicher schon mehr als 12 Auszubildende gehabt. Und man spürt einfach den Unterschied, ob einer mit 16 eine Lehre beginnt oder jemand sich mit 22 um einen Job bewirbt, der bereits Erfahrungen in der Arbeitswelt gesammelt hat.

Kathrin Riske: Und wir hatten beide großen Respekt, dass Nicole es gewagt hatte, neben ihrem damaligen Job auf der Abendschule das Abitur zu absolvieren. Ich kenne nur wenige junge Leute, die heutzutage diesen Mut aufbringen.

DHB: Und wie haben Sie das Gespräch in Erinnerung?

Nicole Hauptmann: Ich sage Ihnen jetzt mal nicht, wie lange ich davor vor dem Spiegel stand und wie oft ich hier vorher „vorbeigeschlichen“ bin. Aber das die Chemie zwischen den beiden und mir stimmte, dass spürte auch ich sofort. Ich wüsste auch nicht, was passiert wäre, wenn es anders gelaufen wäre. Denn gleich nach dem Gespräch musste ich in die Abiturprüfungen.

DHB: Was würden Sie denn heute Schulabgängern empfehlen. Abitur machen, oder nicht?

Nicole Hauptmann: Ich würde immer empfehlen, dass Abi zu machen. Auch wenn man nicht studieren will. Die Berufswelt ist heute so anspruchsvoll geworden, dass es immer besser ist, das Abi zu haben. Fakt ist: Wer ein Abi hat, kommt in der Berufsausbildung besser zurecht.

DHB: Ist das so Herr Seliger?

Jürgen Seliger: Meine Erfahrung sagt da definitiv: Ja! Es macht manches einfacher, man hat bessere Voraussetzungen. Nicht unbedingt im Praktischen. Aber das Lernen fällt Auszubildenden mit Abitur leichter.

DHB: Beobachten Sie das auch bei Nicole?

Kathrin Riske: Ja. Das zeigte sich schon im Teil I der Prüfung, die Nicole mit 95,9 von 100 Punkten bestand. Sie hat eine gute Auffassungsgabe, großes Organisationstalent, denkt mit und führt Arbeiten immer fehlerfrei aus. Wenn man als Arbeitgeber eine solche Auszubildende bekommt, spricht man heute von einem Sechser im Lotto.

Zum Unternehmen: Die Autohaus Riske  GmbH wurde vor mehr als 43 Jahren von Günter Riske in Schwedt (Oder) gegründet und 2013 in eine GmbH mit drei Gesellschaftern überführt. Tochter Kathrin, eine ausgebildete Kosmetikerin, arbeitete später viele Jahre bei einer schwedischen Autovermietung in Spanien, stieg 2011 in die Firma des Vaters ein. Jürgen Seliger ist seit 1991 in der Firma und hat 1994 seine Meisterausbildung beendet. Bis heute wurden in der Firma mehr als 12 Lehrlinge ausgebildet. Der erfolgreiche Traditionsbetrieb hat heute zwei Standorte, beschäftigt 15 Mitarbeiter, darunter zwei Meister. Aktuell werden vier Lehrlinge ausgebildet. Das Jahr 2020 war mit 4 Mio Euro Umsatz das bisher erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte.

Michaela Bergemann

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Haben Sie als Betrieb schon von der Teilzeitausbildung gehört? Wir klären auf! Die Ausbildung in Teilzeit gab es bereits in der Vergangenheit, allerdings nur aus sehr triftigem Grund. Mit dem neuen Berufsbildungsgesetz wurde die Teilzeitausbildung ab 2020 für alle Ausbildungsverhältnisse geöffnet. Meistens wird sich diese Variante der Ausbildung für folgende Situationen der Lehrlinge anbieten:

  1. Ein Kind wird erwartet oder bei der Schwangerschaft.
  2. Es wird eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei kleinen Kindern erzielt.
  3. Die Pflege von Angehörigen muss gewährleistet werden.
  4. Aus gesundheitlichen Gründen ist eine Vollzeitausbildung nicht denkbar.
  5. Zusätzlicher Unterstützungsunterricht ist notwendig, z. B. Deutschkurse oder Nachhilfeangebote.
  6. Es wird Leistungssport betrieben.
  7. Es besteht ein überdurchschnittliches Engagement im Ehrenamt.

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Haben Sie einen Lehrling, bei dem die oben beschriebene Lebenssituation zutrifft, eintritt oder Bewerber/innen, die deshalb vielleicht sogar vor einer Ausbildung zögern, dann denken Sie bitte an die Option der Teilzeitausbildung.

Aus betrieblicher Sicht kann es interessant sein, wenn z. B mittel- oder längerfristig das Auftragsvolumen niedriger als normal und deshalb weniger Ausbildungskapazität in Form von Arbeit im Betrieb vorhanden ist. Denkbar wäre ebenso, dass die verkürzte Stundenzahl sich betrieblich besser organisieren lässt, falls bereits Teilzeitmodelle bei den Arbeitnehmern durchgeführt werden (z. B. bei Teilzeitarbeit des Ausbilders).

Wichtiges kurzgefasst:

  • Teilzeitausbildung muss im Berufsausbildungsvertrag oder mit einer Änderung dazu vereinbart sein (kann weder durch den Betrieb noch durch den Lehrling einseitig erklärt werden).
  • Die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit darf maximal um 50 Prozent reduziert werden.
  • Das Ausbildungsverhältnis verlängert sich um die gekürzte Zeit.
  • Ein Wechsel von Voll- in Teilzeit und zurück ist möglich.
  • Die anteilige Anpassung der Ausbildungsvergütung und des Urlaubs ist möglich.
  • Überbetriebliche Lehrgänge und die Berufsschule sind vom Lehrling vollumfänglich zu besuchen.

Die Teilzeitausbildung ist nicht immer und für jedermann denkbar, aber eine sehr gute Möglichkeit, die Ausbildung flexibel zu gestalten, wenn es für Betriebe und Auszubildende notwendig ist.

Michaela Bergemann

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Gunnar Schulz

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Bennet Zimmermann

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Maria Ahne aus Tornow fand über ein Praktikum zu Hoffmann-Brillen in Eberswalde. Seine Ausbildung möchte der fleißige Lehrling vorfristig beenden. »Nebenbei« besuchte sie bereits erfolgreich eine dreimonatige Weiterbildung für ihr Berufsziel: Optometristin, Visual- und Kognitionstrainerin mit dem Schwerpunkt Kinder und Sport. »Ich bin wirklich begeistert, wenn ich Kindern mit Seheinschränkungen das richtige Sehen lernen kann.« Ausbilder und Mentor René Hoffmann unterstützt das zielstrebige Powermädchen auf ihrem Weg. Er sieht die Zukunft des Augenoptikers in der Prävention und Maria gern in seinem Geschäft. »Wir erkennen in den Augen der Kinder weit mehr als Fehlstellungen.«

© hwk-ff.de/Michael Thieme

Maria Ahne (r. im Bild oben) erhielt von Hwk-Berufsbildungschefin Michaela Schmidt (l.) und Ausbildungsberaterin Michaela Bergemann (M.) die Ehrung, einen Gutschein und viele Tipps für die Begabtenförderung.

Die 20-jährige Maria besitzt ein Einser-Abitur und wusste, dass sie nach der Schule nicht an die Uni gehen will. »Bei René Hoffmann habe ich was Praktisches, Handwerkliches, was mit Menschen, starke Kollegen. Im Geschäft gibt es immer was zu tun. Es ist einfach vielseitig. Das genieße ich. Täglich freue ich mich über Resultate bei Kunden und verlasse den Laden mit der Zufriedenheit, geholfen zu haben.« Sie weiß, dass ihre Berufskarriere im Betrieb ihres Ausbilders weitergeht. Hier wird sie ihre Mission der Präventivarbeit verwirklichen. »Die Auswirkungen der Bildschirme von Handies, Laptops und Playstations wird uns in Zukunft viel Arbeit bescheren«, prophezeit Maria. Sie selbst ging schon mit Vorträgen in Schulen, um an Jugendliche zu appellieren, die Dauer und Intensität der IT-Nutzung im wahrsten Sinn »im Auge zu haben«.

Maria reitet leidenschaftlich gern und ist im Eberswalder BAFF ehrenamtlich als Schwimmtrainerin für Kinder aktiv. Und natürlich war sie Teil des Hoffi-Teams bei der Brillenparty am 4. Juni. Und schon jetzt beteiligt sie sich an den Vorbereitungen für den Eberswalder Stadtlauf am 11. September.

Michaela Bergemann

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Tanja Barth ist Lehrling des Monats Mai. Die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg, vertreten durch den Hauptgeschäftsführer Frank Ecker, die Abteilungsleiterin Berufsbildung Michaela Schmidt und den Ausbildungsberater Bennet Zimmermann überreichte ihr die Urkunde, einen Gutschein und einen Geschenkebeutel. Vom eigenen Chef gab es Blumen.

© hwk-ff.de/Silke Köppen

Vorgeschlagen hat sie ihr Lehrmeister Dirk Wurl, bei dem sie in Altranft nahe Bad Freienwalde eine Tischlerlehre absolviert. Der Tischlermeister bildet schon viele Jahre aus und hat Tanja im zweiten Lehrjahr zu sich genommen. Überrascht wurde sie mit der Auszeichnung auf der Lehrberufeschau des Handwerks, auf dem Marktplatz in Wriezen.

„Ich habe schon im Abitur gemerkt, dass ich was Praktisches und was mit Holz machen will. Schon während der Schule habe ich mich informiert, was zu mir passen könnte. Holz ist schön und ich liebe es zu sehen, was am Ende der Bearbeitung entsteht. Jedes Stück wird einzigartig.“ Auf die Frage, ob es in der Familie bereits Tischler gibt, sagt Tanja: „Meine Mutti ist im Büro und mein Papa arbeitet mit Metall. Da konnte ich mich in der Werkstatt ausprobieren und habe gemerkt, dass Metall nichts für mich ist.“ Ursprünglich aus Wiesenburg (Fläming) zog es sie zuerst nach Berlin. Inzwischen hat sie ihren Lebensmittelpunkt in Bad Freienwalde. Seit sechs Jahren ist Tanja auch im Wassersport aktiv, ist Mitglied in einem Segel- und Ruderverein. Sie freut sich schon auf die beginnende Wettkampfsaison im Kutterrudern … und war dieses Jahr schon anbaden! In der Berufsschule ist die junge Frau, die sich selbst als schüchtern bezeichnet, Klassensprecherin. Ihre derzeitige Situation macht sie glücklich: „Jetzt lerne ich genau das, was ich lernen wollte.“

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