„We will Brot you“ steht auf den T-Shirts der Lehrlinge in der Eberswalder Bäckerei Wiese. Seit 24 Jahren wird hier bereits ausgebildet. Auch der Hersteller von Luxus-Jalousien in Brieskow-Finkenheerd sieht in der Lehrlingsausbildung die Zukunftssicherung.

Beide Handwerksfirmen erhielten am 10. November den diesjährigen Ausbildungspreis Brandenburg. Der würdigt herausragendes Engagement in der Nachwuchsgewinnung und Berufsnachwuchsausbildung. „Bei uns lernen schwächere Schüler mit schlechterem Schulabschluss neben Lehrlingen, die bereits einen Bachelor haben. Alle erhalten eine auf ihre Kompetenzen zugeschnittene Perspektive“, erläuterte Björn Wiese das Credo seiner Bäckerei. Die Laudatio hob die Leistungen der Firma bei der Integration hervor. Seit vielen Jahren bietet das Unternehmen  Auszubildenden mit Migrationshintergrund besondere Unterstützung in Form von Nachhilfe, bei der Wohnungssuche und Unterstützung bei Aufenthaltsgenehmigungen und Einbürgerungen.  „Interkulturelle Verständigung ist für uns gelebte Realität“, sagte Björn Wiese bei der Preisverleihung und verwies darauf, dass inzwischen zwei Mitarbeitende mit Migrationshintergrund zur Führungsebene der Firma gehörten. Dieser Ansatz machte die Wiese GbR zu einer der kreativsten und im Durchschnittsalter jüngsten Bäckereien in Ostbrandenburg.

Privatbäckerei Björn Wiese in Eberswalde, Landkreis Barnim

www.wiese-brot.de

In der Laudatio für den Jalousiehersteller HOTSPOTBLINDS heißt es: „Der Handwerksbetrieb beschäftigt 36 Mitarbeiter und bietet kontinuierlich Lehrstellen an und seinen Lehrlingen sehr viele Vorteile, unter anderem individuelle Arbeitszeiten, Übernahmegarantie bei guten schulischen Leistungen und die Ausbildung in einem international agierenden Handwerksunternehmen. Ende 2021 zählte das Unternehmen fünf Azubis. Im Laufe dieses Jahres kam noch ein Lehrling hinzu. … Diese Firma beweist: Wenn man sich zeigt, wenn man sich dreht, wenn man den Kontakt zu Schülerinnen und Schülern sucht, dann trifft man Jugendliche und kann sie für sich gewinnen und einnehmen, ihnen eine zukunftssichere Ausbildung und Arbeit bieten. In der Berufsorientierung zeichnet sich die Firma durch Workshops an Schulen und Gymnasien aus, bietet Praktikumsplätze und Ferienjobs an, nimmt regelmäßig an den Lehrberufeschauen des Handwerks teil. Der Handwerksbetrieb übernimmt die Fahrkosten zur Berufsschule und stattet die Berufsschüler mit Tablets aus. Bei komplexen Lehrschwerpunkten unterstützt das Unternehmen die Auszubildenden auf Wunsch mit Privatunterricht.“

Hotspotblinds GmbH in Brieskow-Finkenheerd, Landkreis Oder-Spree

www.hotspotblinds.com

Stefanie Pense

Assistentin der Abteilung Berufsbildung

Telefon: 0335 5619 - 150
Telefax: 0335 5619 - 117

stefanie.pense@hwk-ff.de

Herzlichen Glückwunsch zum „Lehrling des Monats“, Laurent Heinz Rappe in Eberswalde.

Seit drei Jahren erlernt Laurent Heinz Rappe den Beruf eines Elektrotechnikers bei der Firma »Robert Engelhardt – der Elektromeister GmbH«. Jetzt erhielt der aufgeschlossene junge Mann die Auszeichnung Lehrling des Monats. »Dass man gute Leistungen in der Berufsausbildung würdigt, findet er eine tolle Idee«, findet er. Laurent begann zunächst ein duales Studium der Elektrotechnik. »Aber ich merkte nach zwei Semestern, dass mir das zu wenig praxisbezogen ist. Nach zwei Semestern brach ich ab und schaute mich um. Meine jetzige Ausbildungsfirma ist zwar 30 Mitarbeiter groß, aber doch sehr familiär. Das gefällt mir, denn ich habe immer einen Ansprechpartner und einen fordernden, aber auch verständnisvollen Chef. Ich glaube, dass das für junge Menschen sehr wichtig ist. Ich will, dass man mir etwas zutraut. Aber auch, dass man mir entgegenkommt. Pläne für die Zukunft hatte ich, als ich damals mit dem Studium begann. Jetzt setze ich mir eher nahe Ziele. Mein erstes ist, ein guter Elektrotechniker zu werden. Aber auch nach der Gesellenprüfung will ich mich weiterentwickeln. Ist doch klar. Schließlich bietet kaum ein anderer Beruf so viele Spezialisierungsmöglichkeiten. Meisterschule? Das wäre das nächste Ziel.«

Frank Ecker (r.), Hwk-Hauptgeschäftsführer, gratulierte Laurent Heinz Rappe, dem Lehrling des Monats November. Der Gratulant weiß aus vielen Betriebsbesuchen mit Lehrlingen: »Nach dem Abi muss man nicht gleich studieren. Im ortsansässigen Handwerk lernt man fürs Leben: Leistungsbereitschaft und Lösungsorientierung. Auf dem persönlichen Konto landen zudem sehr ordentliche Azubi-Verdienste (meist mehr als ein Stipendium und Bafög), Teamfähigkeit, Kundengespräche und natürlich Fähigkeiten/Fertigkeiten im Handwerk. Unbezahlbar!«

Mirko Schwanitz

Michaela Bergemann

Ausbildungsberaterin UM, BAR

Telefon: 03334 381 - 795 oder Mobil: 0151 57145814
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Stefanie Pense

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Herzlichen Glückwunsch zum „Lehrling des Monats“, Nora Heese in Wriezen.

„Ich bin der Meinung, dass Betriebe junge Leute nur halten können, wenn sie wertgeschätzt werden. Das fühlen und spüren wir genau. Die Auszeichnung »Lehrling des Monats« empfinde ich als eine solche Wertschätzung.“

Meine Eltern lebten mir vor, dass man sich anstrengen muss, um etwas zu erreichen. Nach dem Abi wusste ich nicht, was ich werden wollte. Also arbeitete ich zunächst bei den Wriezener Backstuben als Verkäuferin. Aber noch immer war ich vom Gymnasium her so »programmiert«, dass ich an die Uni wollte.

Nach einem Jahr begann ich Medienkommunikation zu studieren. Dann kam Corona. Das Studium verlagerte sich in die Einsamkeit des Online-Lernens. Ich aber muss mit Menschen zusammen sein. Ich brach ab, fing wieder in der Bäckerei an, die mir eine Berufsausbildung als Fachverkäuferin anbot.

Ich konnte gleich ins zweite Lehrjahr einsteigen. Und ja, was soll ich sagen: Ich bin hier glücklich.“

Michaela Bergemann

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Die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg wird im Rahmen des Projektes „Fachkräftesicherung im Regionalen Wachstumskern (RWK) Frankfurt (Oder) / Eisenhüttenstadt“ für den Zeitraum 30. März 2022- 31. Dezember 2024 verschiedene Maßnahmen zur Nutzung von Potentialen bei der beruflichen Orientierung von jungen Menschen, bei der Ausbildung und Fachkräftesicherung im RWK entwickeln und umsetzen. Inhalt des Projektes sind dabei folgende Leistungen:

  1. Fortschreibung des Strategiepapiers aus dem Jahr 2018
  2. Bündelung, Zusammentragung und Veröffentlichung von bestehenden Angeboten vorrangig zur beruflichen Orientierung im RWK- Ausbau der Netzwerkarbeit
  3. Entwicklung und Durchführung von Veranstaltungsformaten zur beruflichen Orientierung von Jugendlichen mit dem Ziel, der Unterstützung des Übergangs von der Schule in den beruflichen Werdegang sowie die Gewinnung von „Rückkehrern“ in die Region des RWK und von Studienabbrechern für eine berufliche Ausbildung im RWK
  4. Verstetigung und Vernetzung der Aktivitäten zur Fachkräftesicherung mit Spezialisierung auf Metall- und Elektroberufe

Das Primärziel dieses Projektes ist es dabei, das Gesamtkonzept zur Fachkräftesicherung im RWK zu erneuern. Dabei sollen die Handlungsempfehlungen zur Fachkräftesicherung unter Berücksichtigung der neuen wirtschaftlichen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie, der Digitalisierung und der neuen Klimaziele fortgeschrieben werden. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Entwicklung einer neuen und innovativen Form der beruflichen Orientierung.

Festzustellen ist, dass junge Menschen auch in den letzten zwei Jahren der Corona-Pandemie im RWK- Gebiet gute Chancen hatten, einen Ausbildungsplatz zu finden. Nicht besetzte Ausbildungsplätze sind deshalb nicht nur die Folge der Corona-Pandemie. Vielmehr spielen hier die Verschiebung hin zu vollzeitschulischen Bildungsgängen, der demografische Wandel und konjunkturelle Unsicherheiten eine nicht unbedeutende Rolle. Junge Menschen tendieren aufgrund ihrer Unentschlossenheit, welchen beruflichen Werdegang sie einschlagen wollen, eher dazu, länger im Schulsystem zu verbleiben, um höhere Schulabschlüsse zu erwerben.

Aus diesen Gründen ist der Fachkräftebedarf bei den Unternehmen weiterhin hoch und wird die Wirtschaft auch künftig vor große Herausforderungen stellen. Zur Stabilisierung des Ausbildungsmarktes während und auch nach der Pandemie kommt es vor allem darauf an, Ausbildungsbetriebe zu unterstützen, ihr Ausbildungsangebot zu erhalten bzw. zu erhöhen und jungen Menschen eine Berufsorientierung zu geben. Dazu soll dieses Projekt beitragen.

© hwk-ff.de/Leif Kuhnert

Der Regionale Wachstumskern Frankfurt (Oder)/Eisenhüttenstadt ist einer der 15 Wachstumskerne in Brandenburg. Er hat sich in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt und kann dadurch gute Wachstumspotenziale für die Zukunft aufweisen. Das Gesamtkonzept zur Fachkräftesicherung im RWK aus dem Jahr 2011 wurde durch die Fortschreibung im Jahr 2018 aktualisiert. In diesem Zusammenhang wurde eine Bestandsaufnahme der bisherigen Aktivitäten zur Fachkräftesicherung vorgenommen und es erfolgte eine Identifizierung der künftigen Handlungsbedarfe. Dabei wurde das Thema Fachkräftesicherung als gemeinsame Aufgabe verschiedener Akteure verstanden. Es wurden die Rolle und die Aufgaben der kommunalen Akteure präzisiert und entsprechende Handlungsempfehlungen erarbeitet. Festgestellt wurde, dass die Fachkräftesicherung keine gesetzliche, originäre Aufgabe der Kommunen ist, sondern u. a. vorrangig in Zuständigkeit der privaten Akteure des Arbeitsmarktes sowie des beruflichen Aus- und Weiterbildungsmarktes (Unternehmen, Kammern, Bildungsdienstleister und Beschäftigten) liegt.

Stefanie Pense

Assistentin der Abteilung Berufsbildung

Telefon: 0335 5619 - 150
Telefax: 0335 5619 - 117

stefanie.pense@hwk-ff.de

Michaela Schmidt

Abteilungsleiterin

Telefon: 0335 5619 - 150
Telefax: 0335 5619 - 117

michaela.schmidt@hwk-ff.de

© regionalerwachstumskern.de

Gefördert aus Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ – GRW-Infrastruktur.

Aktivitäten

Zwei Wochen seien viel zu kurz, sagt Léo Imbert- Piquemal, Tischlerlehrling im zweiten Lehrjahr. Einarbeiten koste Zeit, sagt auch sein Betreuer bei der Tischlerei Winter, Herr Schneider. Er habe selber schon an Austauschprogrammen teilgenommen. „Das Erweitert den Horizont.“ Eine Aussage, die Mateusz Krzyzanowski, Mobilitätsberater der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg, häufig hört, wenn er die Betriebe besucht, in denen die Praktikanten untergebracht sind.

Zwölf Lehrlinge – darunter Anla­genmechaniker, Maurer, Metallbauer, Schweißer und Tischler – konnte er erfolgreich an acht Mitgliedsbetriebe ver­mitteln. Neben der Tischlerei Winter hießen die STAMA Stahl-und Maschinenbau Bad Saarow GmbH, die Tischlerei Schoppe in Bad Saarow, die HTS Müllroser Hoch-, Tief- und Straßenbau GmbH, die Modellbau Stein GmbH, die Tischlerei Netzker und die Rema Haustechnik GmbH die jungen Franzosen willkom­men. Eine Ausnahme machte Gérard Sueur, der Metallbauer und Schweißer macht zurzeit seinen Meister und konnte seine Erfahrungen aus dem eigenen Betrieb in Frankreich bei der Peter Bönisch & Steffen Bönisch GbR einbringen.

Das größte Hindernis sei die Sprache gewesen, das geben die frankfurter Betriebe und die französischen Lehrlinge gleicher­maßen zu. Doch mithilfe von Smartphone-Apps und mit „Hän­den und Füßen“ hätte die Kommunikation geklappt. Wenn man in den Betrieben nachfragt, warum sie sich für eine Aufnahme eines oder sogar dreier Lehrlinge, wie die HTS GmbH, ent­schieden hat, antworten die meisten Firmeninhaber, dass es eine Bereicherung für den Betrieb ist. Der ein oder andere Meister spiele auch schon mit dem Gedanken, die eigenen Lehrlinge für ein Praktikum ins Ausland zu schicken.

Die Zurückhaltung bei den deutschen Lehrlingen während der Lehre an einem Austauschpraktikum teilzunehmen, sei aber stärker, weiß Mateusz Krzyzanowski, der wieder in den Planungen für den nächsten Austausch steckt.

Hier die Steckbriefe der Lehrlinge

Mateusz Krzyzanowski

Mobilitätsberater

Telefon: 0335 5619 - 169
Telefax: 0335 5619 - 117

Mateusz.Krzyzanowski@hwk-ff.de

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Die Handwerkskammer möchte sich bei den an diesem Projekt teilnehmenden Handwerksbetrieben recht herzlich bedanken:

  • STAMA Stahl- und Maschinenbau Bad Saarow GmbH
  • Peter Bönisch & Steffen Bönisch GbR
  • Modellbau Stein GmbH
  • Steffen Schoppe
  • Uwe Netzker
  • Andreas Winter
  • Rema Haustechnik GmbH
  • HTS Müllroser Hoch-,Tief- und Straßenbau GmbH