Die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg wird im Rahmen des Projektes „Fachkräftesicherung im Regionalen Wachstumskern (RWK) Frankfurt (Oder) / Eisenhüttenstadt“ für den Zeitraum 30. März 2022- 31. Dezember 2024 verschiedene Maßnahmen zur Nutzung von Potentialen bei der beruflichen Orientierung von jungen Menschen, bei der Ausbildung und Fachkräftesicherung im RWK entwickeln und umsetzen. Inhalt des Projektes sind dabei folgende Leistungen:

  1. Fortschreibung des Strategiepapiers aus dem Jahr 2018
  2. Bündelung, Zusammentragung und Veröffentlichung von bestehenden Angeboten vorrangig zur beruflichen Orientierung im RWK- Ausbau der Netzwerkarbeit
  3. Entwicklung und Durchführung von Veranstaltungsformaten zur beruflichen Orientierung von Jugendlichen mit dem Ziel, der Unterstützung des Übergangs von der Schule in den beruflichen Werdegang sowie die Gewinnung von „Rückkehrern“ in die Region des RWK und von Studienabbrechern für eine berufliche Ausbildung im RWK
  4. Verstetigung und Vernetzung der Aktivitäten zur Fachkräftesicherung mit Spezialisierung auf Metall- und Elektroberufe

Das Primärziel dieses Projektes ist es dabei, das Gesamtkonzept zur Fachkräftesicherung im RWK zu erneuern. Dabei sollen die Handlungsempfehlungen zur Fachkräftesicherung unter Berücksichtigung der neuen wirtschaftlichen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie, der Digitalisierung und der neuen Klimaziele fortgeschrieben werden. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Entwicklung einer neuen und innovativen Form der beruflichen Orientierung.

Festzustellen ist, dass junge Menschen auch in den letzten zwei Jahren der Corona-Pandemie im RWK- Gebiet gute Chancen hatten, einen Ausbildungsplatz zu finden. Nicht besetzte Ausbildungsplätze sind deshalb nicht nur die Folge der Corona-Pandemie. Vielmehr spielen hier die Verschiebung hin zu vollzeitschulischen Bildungsgängen, der demografische Wandel und konjunkturelle Unsicherheiten eine nicht unbedeutende Rolle. Junge Menschen tendieren aufgrund ihrer Unentschlossenheit, welchen beruflichen Werdegang sie einschlagen wollen, eher dazu, länger im Schulsystem zu verbleiben, um höhere Schulabschlüsse zu erwerben.

Aus diesen Gründen ist der Fachkräftebedarf bei den Unternehmen weiterhin hoch und wird die Wirtschaft auch künftig vor große Herausforderungen stellen. Zur Stabilisierung des Ausbildungsmarktes während und auch nach der Pandemie kommt es vor allem darauf an, Ausbildungsbetriebe zu unterstützen, ihr Ausbildungsangebot zu erhalten bzw. zu erhöhen und jungen Menschen eine Berufsorientierung zu geben. Dazu soll dieses Projekt beitragen.

© hwk-ff.de/Leif Kuhnert

Der Regionale Wachstumskern Frankfurt (Oder)/Eisenhüttenstadt ist einer der 15 Wachstumskerne in Brandenburg. Er hat sich in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt und kann dadurch gute Wachstumspotenziale für die Zukunft aufweisen. Das Gesamtkonzept zur Fachkräftesicherung im RWK aus dem Jahr 2011 wurde durch die Fortschreibung im Jahr 2018 aktualisiert. In diesem Zusammenhang wurde eine Bestandsaufnahme der bisherigen Aktivitäten zur Fachkräftesicherung vorgenommen und es erfolgte eine Identifizierung der künftigen Handlungsbedarfe. Dabei wurde das Thema Fachkräftesicherung als gemeinsame Aufgabe verschiedener Akteure verstanden. Es wurden die Rolle und die Aufgaben der kommunalen Akteure präzisiert und entsprechende Handlungsempfehlungen erarbeitet. Festgestellt wurde, dass die Fachkräftesicherung keine gesetzliche, originäre Aufgabe der Kommunen ist, sondern u. a. vorrangig in Zuständigkeit der privaten Akteure des Arbeitsmarktes sowie des beruflichen Aus- und Weiterbildungsmarktes (Unternehmen, Kammern, Bildungsdienstleister und Beschäftigten) liegt.

Stefanie Pense

Assistentin der Abteilung Berufsbildung

Telefon: 0335 5619 - 150
Telefax: 0335 5619 - 117

stefanie.pense@hwk-ff.de

Michaela Schmidt

Abteilungsleiterin

Telefon: 0335 5619 - 150
Telefax: 0335 5619 - 117

michaela.schmidt@hwk-ff.de

© regionalerwachstumskern.de

Gefördert aus Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ – GRW-Infrastruktur.

Zwei Wochen seien viel zu kurz, sagt Léo Imbert- Piquemal, Tischlerlehrling im zweiten Lehrjahr. Einarbeiten koste Zeit, sagt auch sein Betreuer bei der Tischlerei Winter, Herr Schneider. Er habe selber schon an Austauschprogrammen teilgenommen. „Das Erweitert den Horizont.“ Eine Aussage, die Mateusz Krzyzanowski, Mobilitätsberater der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg, häufig hört, wenn er die Betriebe besucht, in denen die Praktikanten untergebracht sind.

Zwölf Lehrlinge – darunter Anla­genmechaniker, Maurer, Metallbauer, Schweißer und Tischler – konnte er erfolgreich an acht Mitgliedsbetriebe ver­mitteln. Neben der Tischlerei Winter hießen die STAMA Stahl-und Maschinenbau Bad Saarow GmbH, die Tischlerei Schoppe in Bad Saarow, die HTS Müllroser Hoch-, Tief- und Straßenbau GmbH, die Modellbau Stein GmbH, die Tischlerei Netzker und die Rema Haustechnik GmbH die jungen Franzosen willkom­men. Eine Ausnahme machte Gérard Sueur, der Metallbauer und Schweißer macht zurzeit seinen Meister und konnte seine Erfahrungen aus dem eigenen Betrieb in Frankreich bei der Peter Bönisch & Steffen Bönisch GbR einbringen.

Das größte Hindernis sei die Sprache gewesen, das geben die frankfurter Betriebe und die französischen Lehrlinge gleicher­maßen zu. Doch mithilfe von Smartphone-Apps und mit „Hän­den und Füßen“ hätte die Kommunikation geklappt. Wenn man in den Betrieben nachfragt, warum sie sich für eine Aufnahme eines oder sogar dreier Lehrlinge, wie die HTS GmbH, ent­schieden hat, antworten die meisten Firmeninhaber, dass es eine Bereicherung für den Betrieb ist. Der ein oder andere Meister spiele auch schon mit dem Gedanken, die eigenen Lehrlinge für ein Praktikum ins Ausland zu schicken.

Die Zurückhaltung bei den deutschen Lehrlingen während der Lehre an einem Austauschpraktikum teilzunehmen, sei aber stärker, weiß Mateusz Krzyzanowski, der wieder in den Planungen für den nächsten Austausch steckt.

Hier die Steckbriefe der Lehrlinge

Mateusz Krzyzanowski

Mobilitätsberater

Telefon: 0335 5619 - 169
Telefax: 0335 5619 - 117

Mateusz.Krzyzanowski@hwk-ff.de

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Die Handwerkskammer möchte sich bei den an diesem Projekt teilnehmenden Handwerksbetrieben recht herzlich bedanken:

  • STAMA Stahl- und Maschinenbau Bad Saarow GmbH
  • Peter Bönisch & Steffen Bönisch GbR
  • Modellbau Stein GmbH
  • Steffen Schoppe
  • Uwe Netzker
  • Andreas Winter
  • Rema Haustechnik GmbH
  • HTS Müllroser Hoch-,Tief- und Straßenbau GmbH