Die Mindestausbildungsvergütung ist seit dem 01. Januar 2020 in Kraft und ist im Berufsbildungsgesetz (BBiG) festgeschrieben. Sie gilt deshalb prinzipiell für alle Berufsausbildungsverhältnisse, die ab dem 01. Januar 2020 begonnen haben. Es ist ein jährlicher Anstieg der Mindestausbildungsvergütung bis 2023 im Gesetz vorgesehen und soll die Attraktivität der beruflichen Ausbildung stärken. Die Mindestausbildungsvergütung für das Jahr 2022 gilt für alle ab dem 01. Januar 2022 beginnende Ausbildungsverhältnisse und verteilt sich auf die einzelnen Ausbildungsjahre wie folgt:

  1. Ausbildungsjahr – 585,00 €
  2. Ausbildungsjahr – 690,30 €
  3. Ausbildungsjahr – 789,75 €
  4. Ausbildungsjahr – 819,00 €

Unberührt davon bleibt der Tarifvorrang, d. h. besteht bei einem Betrieb Tarifgebundenheit und der Tarif liegt unter der Mindestausbildungsvergütung, kann diese dadurch unterschritten werden. Die Mehrheit der Gewerke im Handwerk liegt tariflich bereits heute über diesen Beträgen. Für bestehende Verträge ergibt sich daraus keine Veränderung. Haben Sie Fragen zur Ausbildungsvergütung oder benötigen Sie Unterstützung bei der Vorbereitung neuer Berufsausbildungsverträge, wenden Sie sich an die Ausbildungsberater der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg.

Michaela Bergemann

Ausbildungsberaterin UM, BAR

Telefon: 03334 381 - 795 oder Mobil: 0151 57145814
Telefax: 0335 56577-371

michaela.bergemann@hwk-ff.de

Gunnar Schulz

Ausbildungsberater Frankfurt (Oder)

Telefon: 0335 5619 - 146
Telefax: 0335 5619 - 117

gunnar.schulz@hwk-ff.de

Bennet Zimmermann

Ausbildungsberater - MOL, LOS

Telefon: 0335 5619 - 158
Telefax: 0335 5619 - 117

bennet.zimmermann@hwk-ff.de

Die Probezeit in der Ausbildung dient dem gegenseitigen Kennenlernen und bietet für beide Seiten Vorteile. Arbeitgeber können sich in den ersten Monaten ein genaueres Bild von ihrem Lehrling machen, ehe sie sich vertraglich enger an ihn binden. So kann etwa geprüft werden, ob der Azubi in das Team passt, zuverlässig ist und ob er die beruflichen Grundanforderungen erfüllt. Azubis können die Zeit ebenfalls nutzen, um herauszufinden, ob der Beruf den eigenen Vorstellungen entspricht und wie gut er sich im gewählten Betrieb erlernen lässt.

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Muss eine Probezeit vereinbart werden und wie lange kann diese andauern?

Laut § 20 Berufsbildungsgesetzt ist die Probezeit auf einen Monat Minimum vorgeschrieben und darf maximal bis zu vier Monaten andauern. Die Festlegung über die Dauer der Probezeit erfolgt im Ausbildungsvertrag. Die Probezeit beginnt an dem Tag, der im Ausbildungsvertrag als Ausbildungsbeginn angegeben ist.

Kann die Probezeit in der Lehre verlängert werden?

Eine Verlängerung ist nur mit Ausnahme erlaubt. Dies könnte zum Beispiel eine längere Krankheit sein. Das heißt konkret, wenn die Krankheit mindestens ein Drittel der gesamten, vereinbarten Probezeit ausmacht. Eine Verlängerung ist aber nur bis zur Höchstgrenze von 4 Monaten möglich. Die Verlängerung muss vorher vereinbart werden, beispielsweise durch eine entsprechende Formulierung im Ausbildungsvertrag oder durch eine spätere Absprache während der Probezeit.

Hat der Lehrling Anspruch auf Urlaub in der Probezeit?

Während der Probezeit hat der Auszubildende keinen rechtlichen Anspruch auf Urlaub, da dieser erst nach einer Wartefrist von sechs Monaten besteht. Das heißt, in der Wartezeit erwirbt sich der Auszubildende seinen Anspruch auf Urlaub, quasi immer ein 1/12 des gesamten Urlaubs.

Welche Kündigungsfrist gilt für Lehrling und Betrieb in der Probezeit?

Vor Ablauf der Probezeit, können sowohl der Ausbildungsbetrieb als auch der Lehrling zu jeder Zeit und ohne Kündigungsfrist und ohne Angaben von Gründen kündigen. Die Beendigung tritt dann sofort in Kraft.

Damit die Kündigung aber während der Probezeit wirksam ist, müssen ein paar Kriterien erfüllt sein. Zunächst ist wichtig, dass die Kündigung dem Ausbildungsbetrieb oder dem Lehrling innerhalb der Probezeit zugestellt wird.

Die Kündigung muss zwingend schriftlich erfolgen und dem Gekündigten im Original zugehen, nicht per Mail oder Fax. Bei minderjährigen Lehrlingen ist zudem zu beachten, dass die Erziehungsberechtigten ein Mitsprache- und Informationsrecht haben.

Urlaubstage, die innerhalb der Probezeit angespart werden, müssen vom Ausbildungsbetrieb ausbezahlt werden.

Erhält der Lehrling bei Kündigung in der Probezeit ein Arbeitszeugnis?

Nach einer Kündigung innerhalb der Probezeit hat der Azubi Anspruch auf ein Ausbildungszeugnis.

 

Bei Fragen rund um die Ausbildung, bitte an die Ausbildungsberater der Handwerkskammer wenden.

Michaela Bergemann

Ausbildungsberaterin UM, BAR

Telefon: 03334 381 - 795 oder Mobil: 0151 57145814
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Bennet Zimmermann

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Ihr Lehrling hat die Ausbildung mit sehr guten Ergebnissen abgeschlossen und möchte sich danach beruflich weiter qualifizieren?

Das Weiterbildungsstipendium unterstützt junge berufliche Talente, die nach einer Berufsausbildung mehr erreichen wollen. Als Stipendiatin oder Stipendiat können im Weiterbildungsstipendium Zuschüsse von insgesamt 8.100 Euro für beliebig viele förderfähige Weiterbildungen beantragt werden – bei einem Eigenanteil von 10 Prozent je Fördermaßnahme. Der Eigenanteil schmälert nicht den Gesamtförderbetrag.

Die Aufnahme ist bis zum Alter von 24 Jahren möglich. Durch Berücksichtigung von Anrechnungszeiten, etwa ein Freiwilligendienst oder Elternzeit, kann die Aufnahme auch bis zu drei Jahre später erfolgen.

Für die Bewerbung braucht es eine abgeschlossene Berufsausbildung und besondere berufliche Leistungen, z. B. eine Berufsabschlussprüfung besser als „gut“ oder mit 87 Punkten und mehr. Außerdem ist eine Bewerbung mit einer Platzierung unter den ersten drei bei einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb (PLW) oder mit einem begründeten Vorschlag Ihrerseits möglich.

Finanziert wird das Programm vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Durchgeführt wird es von den Kammern und zuständigen Stellen für Berufsbildung.

Bitte machen Sie Ihre Lehrlinge rechtzeitig auf diese Möglichkeit aufmerksam. Es könnte Ansporn für sie sein, die Ausbildung mit Bravour zu meistern. Sie als Unternehmen haben dadurch die Chance, qualifizierte Fachkräfte in Ihrem Betrieb zu beschäftigen.

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Stefanie Pense

Assistentin der Abteilung Berufsbildung

Telefon: 0335 5619 - 150
Telefax: 0335 5619 - 117

stefanie.pense@hwk-ff.de