Maria Ahne aus Tornow fand über ein Praktikum zu Hoffmann-Brillen in Eberswalde. Seine Ausbildung möchte der fleißige Lehrling vorfristig beenden. »Nebenbei« besuchte sie bereits erfolgreich eine dreimonatige Weiterbildung für ihr Berufsziel: Optometristin, Visual- und Kognitionstrainerin mit dem Schwerpunkt Kinder und Sport. »Ich bin wirklich begeistert, wenn ich Kindern mit Seheinschränkungen das richtige Sehen lernen kann.« Ausbilder und Mentor René Hoffmann unterstützt das zielstrebige Powermädchen auf ihrem Weg. Er sieht die Zukunft des Augenoptikers in der Prävention und Maria gern in seinem Geschäft. »Wir erkennen in den Augen der Kinder weit mehr als Fehlstellungen.«

© hwk-ff.de/Michael Thieme

Maria Ahne (r. im Bild oben) erhielt von Hwk-Berufsbildungschefin Michaela Schmidt (l.) und Ausbildungsberaterin Michaela Bergemann (M.) die Ehrung, einen Gutschein und viele Tipps für die Begabtenförderung.

Die 20-jährige Maria besitzt ein Einser-Abitur und wusste, dass sie nach der Schule nicht an die Uni gehen will. »Bei René Hoffmann habe ich was Praktisches, Handwerkliches, was mit Menschen, starke Kollegen. Im Geschäft gibt es immer was zu tun. Es ist einfach vielseitig. Das genieße ich. Täglich freue ich mich über Resultate bei Kunden und verlasse den Laden mit der Zufriedenheit, geholfen zu haben.« Sie weiß, dass ihre Berufskarriere im Betrieb ihres Ausbilders weitergeht. Hier wird sie ihre Mission der Präventivarbeit verwirklichen. »Die Auswirkungen der Bildschirme von Handies, Laptops und Playstations wird uns in Zukunft viel Arbeit bescheren«, prophezeit Maria. Sie selbst ging schon mit Vorträgen in Schulen, um an Jugendliche zu appellieren, die Dauer und Intensität der IT-Nutzung im wahrsten Sinn »im Auge zu haben«.

Maria reitet leidenschaftlich gern und ist im Eberswalder BAFF ehrenamtlich als Schwimmtrainerin für Kinder aktiv. Und natürlich war sie Teil des Hoffi-Teams bei der Brillenparty am 4. Juni. Und schon jetzt beteiligt sie sich an den Vorbereitungen für den Eberswalder Stadtlauf am 11. September.

Michaela Bergemann

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Tanja Barth ist Lehrling des Monats Mai. Die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg, vertreten durch den Hauptgeschäftsführer Frank Ecker, die Abteilungsleiterin Berufsbildung Michaela Schmidt und den Ausbildungsberater Bennet Zimmermann überreichte ihr die Urkunde, einen Gutschein und einen Geschenkebeutel. Vom eigenen Chef gab es Blumen.

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Vorgeschlagen hat sie ihr Lehrmeister Dirk Wurl, bei dem sie in Altranft nahe Bad Freienwalde eine Tischlerlehre absolviert. Der Tischlermeister bildet schon viele Jahre aus und hat Tanja im zweiten Lehrjahr zu sich genommen. Überrascht wurde sie mit der Auszeichnung auf der Lehrberufeschau des Handwerks, auf dem Marktplatz in Wriezen.

„Ich habe schon im Abitur gemerkt, dass ich was Praktisches und was mit Holz machen will. Schon während der Schule habe ich mich informiert, was zu mir passen könnte. Holz ist schön und ich liebe es zu sehen, was am Ende der Bearbeitung entsteht. Jedes Stück wird einzigartig.“ Auf die Frage, ob es in der Familie bereits Tischler gibt, sagt Tanja: „Meine Mutti ist im Büro und mein Papa arbeitet mit Metall. Da konnte ich mich in der Werkstatt ausprobieren und habe gemerkt, dass Metall nichts für mich ist.“ Ursprünglich aus Wiesenburg (Fläming) zog es sie zuerst nach Berlin. Inzwischen hat sie ihren Lebensmittelpunkt in Bad Freienwalde. Seit sechs Jahren ist Tanja auch im Wassersport aktiv, ist Mitglied in einem Segel- und Ruderverein. Sie freut sich schon auf die beginnende Wettkampfsaison im Kutterrudern … und war dieses Jahr schon anbaden! In der Berufsschule ist die junge Frau, die sich selbst als schüchtern bezeichnet, Klassensprecherin. Ihre derzeitige Situation macht sie glücklich: „Jetzt lerne ich genau das, was ich lernen wollte.“

Bennet Zimmermann

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„Ursprünglich wollte ich das Abitur machen und dann Landwirtschaft studieren“, sagt Paul Julius Fischer (18). Aber mal ehrlich, sitzen und büffeln war nicht so mein Ding. Also bin ich nach der Zehnten raus aus der Schule. Ich musste immer schon was mit den Händen machen. Bei meinem Opa etwa. Der hat einen kleinen landwirtschaftlichen Nebenerwerb, mit Traktoren und Gerät. Da war immer was zu basteln. Irgendwann bekam ich den Tipp, mal ein Praktikum bei der SHK-Firma Korn in Beeskow zu machen. Das hat mir gefallen. Ich war echt überrascht, wie vielseitig der Beruf eins SHK-Mechanikers ist. Als ich dann entschied, dass ich das lernen will, musste ich meine Mutter schon überzeugen. Sie hätte es lieber gesehen, dass ich in die Landwirtschaft gehe, weil das bisher mein Trraum war. Aber jetzt sieht sie, dass ich voll zufrieden bin. Dieser Beruf hat definitiv Zukunft. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in der Heiztechnik vor einem großen Umbruch stehen. Auch deswegen bemühe ich mich, in der Ausbildung alles mitzunehmen, was ich bekommen kann. Ich will vorbereitet sein. Egal was kommen wird, ob Wasserstoffheizung, effektivere Gas-  oder Erdwärmeheizungen, neuartige Formen von Pelletheizungen – wir werden es sein, die sie montieren. Ich sehe mich da nicht nur als SHK-Mechaniker, sondern auch als Klimaschützer. Mein Ziel ist jedenfalls klar: Einen Gesellenabschluss machen, der mir die Begabtenförderung sichert und den Meister gleich an die Berufsausbildung hängen.“ Mirko Schwanitz

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Der Junge stemmt tatsächlich Lasten – als ehemaliger Leistungssportler der Frankfurter Sportschule ist er noch immer aktiver Gewichtheber im Universitätssportclub und als Lehrling bei ISOMAXX-Dämmtechnik. Die Firma hat mit ihrem ersten Azubi überhaupt einen leistungswilligen und leistungsstarken Pennäler gefunden, der nicht nur die Muskeln spielen lassen kann, sondern seinen »Grips bei Gips« anwendet. Daniel Gips ist der Chef, Ausbilder und Vater von David Deutschmann. Der ist inzwischen fast 21, hat das Abitur mit 18 gemacht. Körperlich schwere Arbeiten »heben ihn nicht an, denn ich weiß, wie ich mich bewegen muss«, sagt der Frankfurter.

Er und der Meisterbetrieb schlugen mit der zweijährigen Lehre als Ausbaufacharbeiter einen zunächst ungewohnten, zweistufigen Weg in der Lehre ein. Der macht sich für beide Seiten und beider Zukunft doch richtig gut bezahlt. Wenn David im Sommer erfolgreich die Prüfung besteht, wird er im Anschluss den Beruf des Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierers in der 2. Stufe fortführen und ein Jahr später den Abschluss über den dreijährigen Ausbildungsberuf erlangen.

Meister Gips kann dann auf jemanden zurückgreifen, der viele Dinge vom Bauen und von Gebäuden kennt. Denn im OSZ in Brandenburg an der Havel lernt David streckenweise mit Zimmerern, Dachdeckern und Maurern zusammen. Dort und im Frankfurter ÜAZ verdient sich der Stift und Sprössling offensichtlich ebenfalls beste Noten. Zitat: »Immer anwesend und pünktlich, gute bis sehr gute Leistungen, gewissenhaft und engagiert sowie hohe personelle und soziale Kompetenzen.«

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„Eigentlich wollte ich Malerin werden. Doch dann war ich auf einer Lehrberufeschau im ÜAZ und lernte dort Frau Breetsch vom Studio ‚Kosmetik Eule’ kennen“, erzählt Saskia Schröder. „Und plötzlich kam mir der Gedanke: Kosmetikerin – ist auch ein Traumberuf!“ Die junge Frau vereinbarte ein Praktikum. „Da konnte ich schon mal ‚hineinschnuppern‘.“ Anschließend absolvierte sie bei Anika Breetsch ein berufsvorbereitendes Jahr. Und nun ist die Zwanzigjährige seit 2021 Auszubildende. Anika Breetsch hatte den Mut, ihr einen Ausbildungsplatz anzubieten – trotz Corona-Pandemie und prekärer Lage in der Kosmetikbranche. „Saskia ist eine sehr interessierte Auszubildende. Sie hat Ehrgeiz und ich kann mich auf sie verlassen“, sagt die Kosmetikmeisterin. Für Saskia ist ihre Ausbilderin ein großes Vorbild. Gemeinsam mit ihr will sie ihr Handwerk auch bei der nächsten Lehrberufeschau der Handwerkskammer in Frankfurt (Oder) präsentieren „Das Schöne an meinem Beruf? Ich kann mit meiner Arbeit Menschen glücklich machen“, schwärmt Saskia Schröder. „Ich finde es toll, wenn Kunden zufrieden und entspannter aus unserem Kosmetikstudio gehen und wiederkommen, weil sie eine Fußpflege oder Rückenmassage genossen haben. Deshalb liebe ich den Beruf so sehr!“ Jetzt freut sie sich erst einmal auf ein Praktikum in Albi im Süden Frankreichs. „Ich bin gespannt, zu sehen, wie unsere Kolleginnen dort arbeiten. Vor allem aber will ich auch von ihnen etwas lernen.“

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Lehrling des Monats Januar 2022: Rene Rischewski

„Mein Abi habe ich 2017 gemacht. Ich hatte einen Plan A und einen Plan B. Plan A war ein Studium im Fach Fahrzeugdesign. Gezeichnet habe ich schon immer. Ich dachte, mach erstmal eine Ausbildung zum Technischen Zeichner. Aber das war nichts für mich. Manchmal ist es besser, Plan B zu Plan A zu machen. Deshalb die Ausbildung als Landmaschinenmechatroniker bei der LVA GmbH in Kleptow bei Prenzlau. Das ist wie eine Rückkehr zu den Wurzeln. Ich komme vom Land, bin mit den Riesenmaschinen aufgewachsen. Auf einem Traktor saß ich das erste Mal mit vier Jahren. Ich weiß gar nicht, ob der Begriff „Traktor“ heute noch die richtige Bezeichnung ist. Sind ja eher Hightech-Maschinen. Die kriegt kein „Schrauber“ mehr repariert. Das ist an dem Beruf schon faszinierend. Du musst dich mit Software auskennen, aber auch eine Drehmaschine bedienen können. Was ich kann, behalte ich nicht für mich. Wenn mich jemand aus dem ersten oder zweiten Ausbildungsjahr etwas fragt, ist doch klar, dass ich da helfe. Über die Auszeichnung „Lehrling des Monats“ freue ich mich sehr. Ist doch schön, wenn das Bemühen um gute Leistungen gesehen wird. Jetzt muss ich mich aber erst mal auf mich konzentrieren. Ende Januar ist die Gesellenprüfung. Was danach kommt? Der Meister? Oder doch noch Fahrzeugdesign? Ne neue Traktorenlinie entwerfen – das wär doch ein Ziel. Wer könnte das besser als ein ausgebildeter Landmaschinenmechatroniker…!“

Ausbildungsbetrieb:

Landtechnik LVA Brandenburg GmbH
Kleptow 25H, 17291 Schenkenberg
039854 6002000
www.lva-brb.de/
info@lva-brb.de

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Neugierig, hilfsbereit, kritikfähig und bescheiden – so beschreiben die Kollegen unseren Lehrling des Monats Dezember: Alexander Ortler. Der angehende Mechatroniker für Kältetechnik lernt im dritten Lehrjahr bei der Lorms Service AG in Ahrensfelde, Ortsteil Lindenberg, und liebt die Vielfältigkeit, die der Arbeitsalltag mit sich bringt. „Den ganzen Tag im Büro zu sitzen – das ist nichts für mich. Ich mag es, unterwegs zu sein, egal ob auf Baustellen oder zur Wartung von Klimaanlagen“, sagt der Zwanzigjährige. Er mag es, auf Fehlersuche zu gehen, in kaputten Kälteanlagen beschädigte Bauteile zu suchen: „Wenn ich vor einer fremden Anlage stehe, muss ich erst einmal schauen, warum sie nicht läuft. Und planen, wie ich sie wieder zum Laufen bekomme. Das ist ziemlich interessant für mich.“ Er schätzt die hohe Verantwortung und kann sich der Unterstützung der Gesellen sicher sein. „Klar, in der Berufsschule lerne ich viel Theorie. Aber erst draußen, im Einsatz, kann ich alles richtig verstehen.“

Das Interesse am Handwerk wurde ihm schon früh in die Wiege gelegt. Sein Vater arbeitet als Sanitärtechniker. Seine Mutter war früher Friseurin, ein Onkel und ein Cousin sind Maler. Zur Lorms Service AG kam Alexander Ortler über ein Praktikum. Er wurde nach seiner Bewerbung sofort genommen. „Ich kann mich in der Firma in meiner Ausbildung auf Ansprechpartner verlassen: auf meinen Abteilungsleiter und unseren Ausbildungsbeauftragten. Die kann ich immer fragen, egal ob ich private oder berufliche Sorgen habe. Und ein Junggeselle half mir bei meiner Vorbereitung zu meiner Zwischenprüfung.“

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Mit stoischer Ruhe und freundlichem Lächeln bedient Luise Kroll auch noch den ungeduldigsten Kunden. Die merken oft gar nicht, dass die junge Frau noch in der Lehre ist. Wohl dem, der das Glück hat, eine solche Auszubildende zu haben. Das muss sich auch Augenoptikermeister Ralf Dahlke aus Bad Freienwalde gesagt haben, als er Luise für die Auszeichnung als Lehrling des Monats vorschlug. Überraschung gelungen? „Na klar“, sagt Luise, als HWK-Geschäftsführerin Astrid Köbsch ihr die Urkunde überreichte. „Früher dachte ich mal daran auf Lehramt zu studieren. Aber heute sage ich, die Entscheidung, Augenoptikerin zu werden, war für mich goldrichtig.“ Alles begann mit einem Berufspraktikum im Geschäft von Dahlke Augenoptik in der 8. Klasse. „Das gefiel mir so, dass ich auch in den Ferien hier arbeiten ging. So wusste ich bald: Ja, das will ich machen!“ Was ist es, das sie an diesem Beruf so fasziniert? „Das Individuelle. Im Gespräch lotest du die Wünsche des Kunden aus. Dann ziehst du dich zurück, um konzentriert an einem Produkt zu arbeiten. Wenn du das gut machst, bekommst du sofort positives Feedback von den Kundinnen und Kunden, wenn sie sich das erste Mal die neue Brille aufsetzen. Ich gehe fast jeden Tag zufrieden nach Hause.“ Nein, die Ausbildung falle ihr nicht besonders schwer, sagt sie mit verschmitztem Lächeln. Da komme ihr das Abitur natürlich zu Gute. Einfach sei es aber auch nicht. Von drei Berufsschulklassen hätte inzwischen eine gesamte Klasse die Lehre abgebrochen, was sie sehr schade finde. Denn Optiker würden gebraucht. „Aber Mathematik und Physik muss man schon draufhaben“, meint die 20-Jährige, die selbst aus einer Handwerkerfamilie stammt. „Meine Mutti ist Zahntechnikerin und mein Vater Zimmermann“, sagt sie stolz.

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Was braucht es, um ein guter Lehrling zu sein? Luise überlegt kurz: „Den Willen, etwas lernen zu wollen. Und einen guten Lehrer, wie ich ihn in meinem Meister habe. Der traute mir von Anfang an viel zu. Das stärkte mein Selbstvertrauen sehr.“ Im nächsten Jahr will Luise ihre Ausbildung beenden und in jedem Fall bei Optikermeister Dahlke bleiben. „Ich stamme von hier, kenne viele Kunden. Schon im Gymnasium haben meine Klassenkameraden gesagt, sie würden sich alle die Brille bei mir machen lassen.“ Und tatsächlich: Einigen ihrer einstigen Mitschüler hat sie bereits zu einer Brille verholfen. Ein sympathische Auszubildende, die gleich einen Kundenstamm mitbringt? – hat man auch nicht alle Tage.

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Sein Weg zum Kfz-Mechatroniker war holprig. Er führt ihn über Bits und Bytes. Von Schule und Familie geradezu zum Studium überredet, beginnt der Prenzlauer ein Informatikstudium. Es ist ihm zu theoretisch. Nach vier Jahren wirft er hin und beginnt eine Lehre – in seinem Traumberuf. Interview: Mirko Schwanitz

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DHB: Johann, mit 28 Jahren sind Sie der Älteste in Ihrem Ausbildungsjahrgang…

Johann W. Wiviorra: Das stimmt. Es war auch ein langer Weg bis in diese Ausbildung.

DHB: Was ist passiert?

Johann W. Wiviorra: Dass, was wahrscheinlich vielen Jugendlichen heutzutage passiert, die ihr Abitur machen. Ihnen wird eingebläut, dass sie nur etwas werden können, wenn sie studieren. Mit diesem Argument werden sie von Lehrern und den Eltern geradezu bombardiert. Man ist jung, vertraut auf den Rat der Älteren. Und merkt oft zu spät. Man hätte auf seinen Bauch hören sollen.

DHB: Manchen sagt der Bauch aber nach dem Gymnasium noch nichts…

Johann W. Wiviorra (lacht): Stimmt auch wieder. Aber bei mir war das anders. Ich habe schon mit zehn, zwölf Jahren voller Begeisterung in Autozeitschriften geblättert. Kfz, damit wollte ich was machen.

DHB: Und das fanden Ihre Eltern nicht so gut?

Johann W. Wiviorra: Eltern haben es auch nicht leicht. Die wollen immer das Beste für Ihr Kind. Ist ja klar. Ich war ein Computer-Nerd. Statt Sport, geile LAN-Partys, Computer selber zusammenbauen, Programme schreiben, das volle Programm eben… Sie sahen das und dachten, Mensch, der Junge sollte mit diesem Talent was anfangen.

DHB: … und sie sträubten sich?

Johann W. Wiviorra: Halb zogen sie ihn, halb fiel er hin – Sehen Sie, mein Großvater war Bauer, leitete mal eine LPG, meine Mutter ist Krankenschwester, mein Vater Fliesenleger. Die wissen, was harte Arbeit ist und wollen für ihren Jungen ein besseres Leben und leichter verdientes Geld.

DHB: Also haben Sie sich ergeben?

Johann W. Wiviorra: Sie meinen, Hände hoch und durch? Nee, so war das nicht. Aber wenn Ihnen Menschen mit viel mehr Lebenserfahrung alles, was mit einer Berufsausbildung zu tun hat, als unattraktiv anpreisen und auch die Berufsorientierung an ihrer Schule komplett einseitig ist, dann glauben sie diese Märchen am Ende.

DHB: Was meinen Sie damit, die Berufsorientierung sei einseitig?

Johann W. Wiviorra: Nur ein Beispiel. Ich erinnere mich an einen Berufsorientierungstag im Gymnasium. Da gab es vier Vorträge. Drei Vortragende stellten drei Universitäten und die dortigen Studienrichtungen vor. Einer kam von der Barmer und erzählte, was man bei der Gesundheitskasse so werden kann. Handwerk? Kam nicht vor. Mag sein, dass das heute anders ist, aber bei mir war das so.

DHB: Warum haben Sie das Studium dann abgebrochen?

Johann W. Wiviorra: Es ist nicht so, dass mich das nicht interessiert hätte. Aber die Bandbreite innerhalb der Informatik ist groß. Angewandte Informatik, Telekommunikation usw. Ich wechselte während des Studiums mehrfach die Richtung und am Ende war alles unbefriedigend. Ich wollte etwas mit den Händen machen, mit Elektronik, am Ende des Tages aber auch sehen, dass ich was geschafft habe.

DHB: Sie haben vier Jahre studiert, standen kurz vor dem Abschluss. Warum haben sie es nicht einfach durchgezogen?

Johann W. Wiviorra: Wegen meinem VW Golf III.

DHB: Jetzt veräppeln Sie mich…

Johann W. Wiviorra: Keineswegs. Ich hatte mir den Wagen gebraucht gekauft. Und wie das bei einem alten Modell so ist. Da ist immer was dran zu machen. An der Mechanik. Und an der Elektronik. Und ich empfand echte Freude, wenn mich das Auto wieder mal foppte und ich es austricksen, sprich reparieren konnte.

DHB: Und plötzlich war der Kindertraum und die Erinnerung an die Autozeitschriften der Kindheit wieder da?

Johann W. Wiviorra: Genau. Und plötzlich wusste ich, was ich eigentlich schon immer wusste, was mir aber immer ausgeredet wurde. Kfz-Mechatroniker, das ist mein Ding.

DHB: Sie haben sich dann beim Autohaus Burmeister in Prenzlau beworben

Johann W. Wiviorra: Das Lehrjahr hatte schon begonnen. Ich hab es trotzdem versucht. Ich glaube, mein heutiger Chef Mario Burmeister, war ganz angetan. Wir haben uns viel über Technik und Elektronik unterhalten. Ich glaube, der spürte: ich will das und ich kann das. Ich bin dann später eingestiegen und höre, wenn alles klappt, auch früher auf.

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DHB: Sie wurden Lehrling des Monats, eine Auszeichnung, die die Handwerkskammer vergibt, um gute Lehrleistungen schon während der Ausbildung anzuerkennen und zu würdigen. Waren Sie überrascht?

Johann W. Wiviorra: Natürlich. Mit sowas rechnet man ja nicht. Ich sehe es aber auch als Anerkennung für meinen Betrieb. Mit Mirko Firyn haben wir ja hier einen eigenen Ausbildungsleiter. Und es macht sich natürlich bemerkbar, wenn eine Firma einen Ausbilder beschäftigt, der auch wirklich Zeit für die Lehrlinge hat. Das ist ganz wichtig.

DHB:  Wenn man Sie heute in Ihr altes Gymnasium einladen würde, um Ihren Beruf vorzustellen. Was würden Sie den Jugendlichen sagen?

Johann W. Wiviorra: Wer ganz klare Vorstellungen hat und genau weiß, was er studieren möchte, der soll das unbedingt machen. Ich behaupte aber, dass viele nur studieren, weil sie noch nicht wirklich wissen, wohin sie wollen. Denen würde ich immer dazu raten, erst eine Berufsausbildung zu machen und danach, mit mehr Lebens- und Praxiserfahrung über ein Studium nachzudenken. Ich habe aber noch nie von einem Gymnasium gehört, das Handwerker einlädt, ihre Berufe vorzustellen.

DHB: Vielleicht hat es damit zu tun, dass man gar nicht weiß, wie sehr sich die Berufswelt verändert hat und wie sehr in vielen Handwerksberufen Abiturienten dringend gesucht sind.

Johann W. Wiviorra: Schöne Grüße an die Lehrerfortbildung….

Michaela Bergemann

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Lehrling des Monats September: Jason Mächtig, Auszubildender bei der Alpro GmbH

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„Das ich mal Lehrling des Monats werde, ist wirklich eine Überraschung. Mit so einer Auszeichnung rechnet man ja nicht“, sagt Jason Mächtig, Auszubildender im 2. Lehrjahr bei der Alpro GmbH in Bernau. Jason hat in Berlin die 10. Klasse mit 1,9 abgeschlossen. Seit einem Schülerpraktikum in einem Metallbaubetrieb wusste er: „Das will ich machen.“ Als er zur Übergabe der Urkunde gerufen wird, hat er gerade Lehrlingen aus dem 1. Lehrjahr gezeigt, wie man eine große Fräse bedient. Wenn ich ihnen was zeigen kann, mach ich das, ist doch klar.“ Es ist diese Hilfsbereitschaft, die Jasons Ausbilder André Schmidt, hervorhebt, wenn er über seinen „Schützling“ spricht. „Jason hat einen weiten Anfahrtsweg, muss sehr früh aufstehen, um pünktlich zur Schicht hier zu sein. Nie beklagt er sich, nie hat er schlechte Laune. Und seine Leistungen sind top. Da kam mit 16 schon ein ziemlich selbstständiger junger Mann zu uns.“ „Meine Eltern haben mich so erzogen. Du willst den Motorradführerschein machen? Nichts dagegen. Aber das Geld dafür musst du dir selbst verdienen“, erinnert er sich an die Worte seiner Mutter. „Dann hab ich eben Pizza ausgefahren, bis ich das Geld zusammenhatte. Wenn du was willst, musst du dich drehen. Nicht andere“, sagt Jason und nimmt den Akku-Schrauber, um eine Türklinke zu montieren. Pläne? „Erstmal die Ausbildung durchziehen. So gut, dass ich vielleicht fürs Meister-Bafög in Frage komme. Das wäre schon was. Mal Handwerksmeister zu sein! Damit kann man was anfangen!“

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