„Mathe und Physik musst du schon draufhaben.“


© HWK-FF.DE // Mirko Schwanitz

Mit stoischer Ruhe und freundlichem Lächeln bedient Luise Kroll auch noch den ungeduldigsten Kunden. Die merken oft gar nicht, dass die junge Frau noch in der Lehre ist. Wohl dem, der das Glück hat, eine solche Auszubildende zu haben. Das muss sich auch Augenoptikermeister Ralf Dahlke aus Bad Freienwalde gesagt haben, als er Luise für die Auszeichnung als Lehrling des Monats vorschlug. Überraschung gelungen? „Na klar“, sagt Luise, als HWK-Geschäftsführerin Astrid Köbsch ihr die Urkunde überreichte. „Früher dachte ich mal daran auf Lehramt zu studieren. Aber heute sage ich, die Entscheidung, Augenoptikerin zu werden, war für mich goldrichtig.“ Alles begann mit einem Berufspraktikum im Geschäft von Dahlke Augenoptik in der 8. Klasse. „Das gefiel mir so, dass ich auch in den Ferien hier arbeiten ging. So wusste ich bald: Ja, das will ich machen!“ Was ist es, das sie an diesem Beruf so fasziniert? „Das Individuelle. Im Gespräch lotest du die Wünsche des Kunden aus. Dann ziehst du dich zurück, um konzentriert an einem Produkt zu arbeiten. Wenn du das gut machst, bekommst du sofort positives Feedback von den Kundinnen und Kunden, wenn sie sich das erste Mal die neue Brille aufsetzen. Ich gehe fast jeden Tag zufrieden nach Hause.“ Nein, die Ausbildung falle ihr nicht besonders schwer, sagt sie mit verschmitztem Lächeln. Da komme ihr das Abitur natürlich zu Gute. Einfach sei es aber auch nicht. Von drei Berufsschulklassen hätte inzwischen eine gesamte Klasse die Lehre abgebrochen, was sie sehr schade finde. Denn Optiker würden gebraucht. „Aber Mathematik und Physik muss man schon draufhaben“, meint die 20-Jährige, die selbst aus einer Handwerkerfamilie stammt. „Meine Mutti ist Zahntechnikerin und mein Vater Zimmermann“, sagt sie stolz.

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Was braucht es, um ein guter Lehrling zu sein? Luise überlegt kurz: „Den Willen, etwas lernen zu wollen. Und einen guten Lehrer, wie ich ihn in meinem Meister habe. Der traute mir von Anfang an viel zu. Das stärkte mein Selbstvertrauen sehr.“ Im nächsten Jahr will Luise ihre Ausbildung beenden und in jedem Fall bei Optikermeister Dahlke bleiben. „Ich stamme von hier, kenne viele Kunden. Schon im Gymnasium haben meine Klassenkameraden gesagt, sie würden sich alle die Brille bei mir machen lassen.“ Und tatsächlich: Einigen ihrer einstigen Mitschüler hat sie bereits zu einer Brille verholfen. Ein sympathische Auszubildende, die gleich einen Kundenstamm mitbringt? – hat man auch nicht alle Tage.

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Michaela Bergemann

Ausbildungsberaterin UM, BAR

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